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Basler Klybeck-Areal soll 10 Milliarden Franken Nutzen bringen

Keystone-SDA

Kanton und Eigentümer haben am Mittwoch das Richtprojekt für die Transformation des Klybeck-Areals in Basel präsentiert. Letztere versprechen sich in Zukunft einen wirtschaftlichen Nutzen von zehn Milliarden Franken, doch Teile des Areals beherbergen chemische Altlasten.

(Keystone-SDA) Das Areal im Norden Basels wurde 150 Jahre lang von der Chemie- und der Pharmaindustrie genutzt. Nun gilt es als das grösste Transformationsareal im Kanton, wie Regierungspräsident Conradin Cramer (LDP) am Mittwoch sagte. Dereinst sollen dort 8500 Menschen wohnen und 7500 Arbeitsplätze entstehen.

Die Swiss Life will auf dem rund 300’000 Quadratmeter grossen Areal an die 4700 Wohnungen anbieten, von denen ein Drittel zur Kostenmiete vermietet werden sollen, wie ihr Gesamtprojektleiter Jürgen Friedrichs sagte. Die andere Eigentümerin, die Rhystadt AG, plant mit 340’000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche für Gewerbe und Wirtschaft, wie ihr CEO Christian Mutschler angab.

Änderungen gegenüber 2022

Von den künftig über 50 Gebäuden besteht heute schon ein Drittel, sagte Cramer. Gegenüber dem städtebaulichen Leitbild aus dem Jahr 2022 gibt es aber einige Änderungen, wie am Mittwoch zu erfahren war. Das höchste Gebäude soll vertikal 120 Meter messen. Und es werden mehr Bauten stehengelassen als ursprünglich geplant.

Nördlich der Dreirosenbrücke wird auf fünf Neubauten verzichtet und ein zusätzliches Bestandesgebäude erhalten, wie es in der begleitenden Medienmitteilung heisst. Beim Klybeckplatz sollen nur zwei statt der ursprünglich vier Neubauten errichtet werden. Erhalten bleibe auch der Bau K-90, der saniert, aufgestockt und als Quartierparking genutzt werden solle.

Während man sich beim K-90 trotz Altlasten für eine Sanierung entschieden habe, würden ebenfalls belastete Gebäude an der Mauerstrasse abgerissen. Gemäss Mitteilung handle es sich um die Hausnummern 322/328, 370 bis 373, 375, 379 und 381. Friedrichs von der Swiss Life sagte, man werde die Belastungsgrade kontinuierlich überwachen und sei im Dialog mit verschiedenen Anspruchsgruppen.

Mehr verbundener Grünraum

Das Areal soll in Zukunft trotz heissen Sommern eine hohe Lebensqualität bieten, wie Friedrichs weiter sagte. Geplant seien dafür rund 55’000 Quadratmeter an neuer Grün- und Freifläche. Laut Kantonsbaumeister Beat Aeberhard sollen die grossen Grünräume miteinander verwoben und die Verbindungen zwischen Rhein und Wiese verstärkt werden. Die Kleinhüningerstrasse werde bis zum Rhein verlängert.

Ebenso soll in Gebäuden Raum für «quartierdienliche Nutzungen» entstehen, die vor allem in den Erdgeschossen. Beispielsweise werde laut Aeberhard ein Standort für ein Hallenbad im Klybeck geprüft – dies als Folge davon, dass der Grosse Rat einen entsprechenden Umbau des Musical Theaters verworfen hatte.

Verkehr soll beruhigt werden

«Wir nehmen die Verkehrswende ernst», hielt Aeberhard fest. Das Ziel sei generell eine Beruhigung des Verkehrs mit Vorrang für Velo- und Fussverkehr. Die Blockränder seien gemäss Planung schon vom Durchgangsverkehr befreit, und langfristig solle das auch auf den Klybeckplatz zutreffen, um den herum sich das Areal entwickeln solle.

Im Moment rechnet man mit 1000 regulären Parkplätzen, 800 für das Gewerbe sowie weiteren für die Kundschaft, wie Aeberhard ausführte. Gemäss Mitteilung ist das Parkieren «ausschliesslich» in Sammelgaragen vorgesehen.

Bezüglich des öffentlichen Verkehrs ist zudem ein Umsteigehub geplant, wie Aeberhard sagte. Trotz negativen Zeichen aus Bern zum Herzstück plane man nach wie vor eine unterirdische S-Bahn-Station. Zudem wolle man das Tram in Richtung Wiese verlängern und eine Tramverbindung zwischen dem Klybeckplatz und dem Badischen Bahnhof schaffen.

Zeithorizont liegt jenseits von 2030

«Wir haben ein wichtiges Etappenziel erreicht», sagte Baudirektorin Esther Keller (GLP). Das Grossprojekt könne nun in die nächste Phase gehen. Die öffentliche Planauflage und der politische Prozess stünden noch bevor. Am Mittwoch gezeigte Zeitachsen für die Umsetzung erstrecken sich bis weit in die 2030er-Jahre.

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