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Baugewerbe-Betriebe klagen über Folgen des Basler Wohnschutzes

Keystone-SDA

Betriebe aus dem Basler Baugewerbe verzeichnen gemäss einer Mitgliederumfrage des Gewerbeverbands mehrheitlich Umsatzeinbrüche und Stellenabbau in den letzten Jahren. Sie führen diese Entwicklung auf die Wohnschutzgesetzgebung zurück, die seit Mai 2022 in Kraft ist.

(Keystone-SDA) Es handle sich nicht um eine Studie, sondern um ein «Stimmungsbild», sagte Gewerbeverbandsdirektor Reto Baumgartner am Donnerstag vor den Medien. 50 Betriebe aus der Branche machten bei der Umfrage mit. Die Rücklaufquote lag bei rund 15 Prozent, so Tamara Hunziker, Leiterin Politik und Kommunikation.

Bei 72,6 Prozent der befragten Firmen ist der Umsatz etwa im Jahr 2025 gesunken. 2021 war dies noch bei 17,7 Prozent der Unternehmen der Fall. Ein Drittel der Firmen hat Personal entlassen. 33,4 Prozent verzeichneten 2025 sinkende Mitarbeitendenzahlen, während es 2021 noch 7,8 Prozent waren.

Weniger Sanierungsaufträge von Grossinvestoren

Auch die Lernendenzahlen sind in den befragten Firmen gesunken: 17,6 Prozent der Unternehmen gaben dies für das Jahr 2025 an, während es 2021 noch 4 Prozent waren. Dass bereits bei der Lehrlingsausbildung gespart werde, sei alarmierend, sagte Baumgartner.

Philipp Grassi, Inhaber des Gipser- und Malergeschäfts Grassi & Partner AG, stellt spürbar weniger Aufträge fest und führt dies auf den Wohnschutz zurück. Insbesondere die grossen Investoren wie Pensionskassen hätten ihre Küchen- und Badsanierungen zurückgefahren, sagte er. Bei seinem Betrieb würden Strangsanierungen 20 bis 30 Prozent des Portfolios ausmachen, was nun grossteils zusammengebrochen sei.

Marco Manzoni, Mitinhaber der -Firma E. Kalt AG für Lüftungs- und Klimaanlagen sprach von einem «indirekten Effekt auf die Auftragslage». Dies führe längerfristig zu schlechterer Bausubstanz und somit auch zu Problemen, die Klimaziele des Kantons zu erreichen.

Mieterverband widerspricht

Der Mieterinnen und Mieterverband Basel-Stadt (MV) reagierte mit einem Communiqué auf die Umfrage. Bei den Investitionen in Umbau widerspricht er dem Gewerbeverband und weist darauf hin, dass diese im Kanton Basel-Stadt 2024 gemäss Bundesamt für Statistik um 8,3 gestiegen Prozent sind.

Der MV nennt auch die Arbeitslosenzahlen in der Baubranche. Die Quote stieg zwar 2024 von 11 auf 11,5 Prozent, nahm aber laut Statistischem Amt 2025 wieder ab auf 9,6 Prozent. Zudem befinde sich das Gesamtvolumen der Bauvorhaben in den vergangenen vier Jahren in einer Betrachtung über einen längeren Zeitraum ab 1997 im Durchschnitt. Zwischen 2016 und 2021 lagen sie auf einem «ungewöhnlich hohen Niveau».

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