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Bern steht ein paar Atemzüge lang still

Keystone-SDA

Hunderte Menschen haben am Freitag in Bern der Opfer der Brandkatastrophe von Crans Montana gedacht. Während der Gedenkminuten im Rahmen des nationalen Trauertags stand das sonst geschäftige Treiben unter den Lauben und in den Gassen praktisch still.

(Keystone-SDA) Kurz vor 14 Uhr erschollen vom Bahnhof her Pfiffe von Lokomotiven, kurz darauf setzte in der Stadt überall Glockengeläut ein. Vor der Heiliggeistkirche beim Bahnhof hatten sich Menschen versammelt und auch in den Lauben hielten die meisten an.

Eine grössere Gruppe Menschen kam auf dem Bundesplatz zusammen. Am Bundeshaus und anderen öffentlichen Gebäuden wehten die Fahnen in der starken Brise auf halbmast. An einer Seite des Bundesplatzes hatten sich Mitarbeitende des Stadtberner Tiefbauamts vor ihren Kommunalfahrzeugen aufgereiht. Sie alle trugen ihre orangefarbenen Arbeitskleider.

Andere Menschen hielten sich bei den Händen. Manche kämpften mit den Tränen. Die Stimmung in der Innenstadt war spürbar bedrückter als sonst.

Die Busse und Trams legten ebenfalls eine kurze Pause ein und betätigten ihre Warnblinker. Auf den Anzeigetafeln in den Fahrzeugen wurden die Passagiere eingeladen, einen Moment innezuhalten und der Opfer zu gedenken.

Die Berner Stadtpräsidentin Marieke Kruit und Stadtschreiberin Claudia Mannhart wurden zu einer kleinen Gedenkfeier im Berner Münster erwartet.

Der Kanton Bern wiederum bekundete seine Betroffenheit unter anderem in den sozialen Medien. In einem Post auf X war am Freitag eine auf halbmast wehende Berner Fahne zu sehen. Die Gedanken des Regierungsrats seien bei den Betroffenen, hiess es in dem Post. An der offiziellen Trauerfeier in Martigny vertrat Regierungspräsident Christoph Neuhaus den Kanton Bern.

Orte der Stille und der Verarbeitung

Auch in vielen anderen Berner Gemeinden läuteten um 14 Uhr die Glocken und Menschen hielten inne. An Berner Schulen wird das Unglück thematisiert, wie der Kanton Bern auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die Schulen sollen Raum für Anteilnahme und gemeinsame Verarbeitung bieten können.

Die Veranstalter der Ski-Weltcuprennen von Adelboden verzichteten am Freitag auf das sonst übliche Programm mit Feierlichkeiten. Sie wollten damit ein Zeichen der Solidarität setzen und Raum für Besinnung schaffen. Helferinnen und Helfer, die für die Rennen am Freitag im Einsatz waren, legten eine Gedenkminute ein.

Ein Ort der Stille wurde beim Weltcup-Gelände eingerichtet. Die Betriebe und Restaurants im Berner Oberländer Dorf blieben offen. Das Rennprogramm vom Wochenende findet wie geplant statt, wird aber von Gedenkmomenten begleitet.

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