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Biel respektiert Verpflichtungen im Zusammenhang mit Spital-Neubau

Keystone-SDA

Die Stadt Biel steht hinter ihren Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Umzug des Bieler Spitalzentrums in einen geplanten Neubau nach Brügg. Das hat Stadtpräsidentin Glenda Gonzalez Bassi (SP) am Freitag vor den Medien in Biel bekräftigt.

(Keystone-SDA) «Die Stadt Biel ist ein verlässlicher Partner und wird ihre Verpflichtungen gegenüber dem Kanton, der Bevölkerung und dem Spitalzentrum Biel bezüglich des Projekts für ein neues Spital respektieren», sagte Gonzalez Bassi als Antwort auf eine politische Kontroverse, die rund um den Neubau des Spitalzentrums in Brügg entbrannt ist.

Sie erwarte von den verschiedenen Partnern, dass sie dasselbe täten, betonte die Bieler Stadtpräsidentin. Zudem habe die Stadt den Umzug des Spitals in die Nachbargemeinde Brügg nie infrage gestellt.

Landverkauf zur Finanzierung

Das in die Jahre gekommene Spitalzentrum Biel will Anfang der 2030er Jahre in einen geplanten Neubau nach Brügg ziehen.

Mit dem Umzug wird in Biel an bester Wohnlage am Hang ein grosses Areal frei, wo ein neues Quartier entstehen soll. Das frei werdende Gebiet ist etwa gleich gross wie die gesamte Bieler Altstadt. Nun erregt der mögliche Verkaufspreis des Landes die politischen Gemüter.

Das Geld aus dem Landverkauf soll nämlich den Neubau in Brügg zu einem wesentlichen Teil mitfinanzieren. Die beiden Geschäfte sind also eng verknüpft. Mindestens 55 Millionen Franken soll der Verkauf des insgesamt rund 90’000 Quadratmeter grossen Areals im Bieler Beaumontquartier gemäss einer Vereinbarung von 2019 einbringen.

Investoren oder Wohnbaugenossenschaften

Wie teuer das Areal tatsächlich verkauft werden kann, hängt allerdings damit zusammen, was darauf gebaut werden darf oder soll. Und das bestimmt die Stadt Biel im Rahmen ihrer Zonenplanung. Just in dieser Frage gehen nun die Meinungen in Biel weit auseinander.

Die Linke in der Stadt Biel möchte gemeinnützige Wohnungen ohne private Investoren bauen. In einem Positionspapier wird weiter ein partizipativer Planungsprozess, soziale Durchmischung, viele Grünflächen und ein Konzept gefordert, nach dem alltägliche Einrichtungen in rund 15 Minuten zu Fuss erreichbar sind.

Gegen die steigenden Marktmieten will die Linke mehr Wohnungen zur Kostenmiete, also ohne Renditeabsichten, realisieren.

Die Bürgerlichen hingegen wollen auf private Investoren setzen, um einen möglichst hohen Preis herauszuholen. Das Areal im Beaumontquartier sei beste Wohnlage mit entsprechender und zahlungskräftiger Nachfrage, heisst es auf dieser Seite.

Am Ende wird die Bevölkerung über eine Zonenplanänderung entscheiden.

Druck via Kanton

Der Kanton Bern hat für den Spitalneubau in Brügg Mittel in der Höhe von 78 Millionen Franken zugesichert, mehr gebe es nicht, hiess es jüngst aus der Direktion von SVP-Regierungsrat Pierre Alain Schnegg. Den Rest müsse die Spitalzentrum Biel AG selber berappen. Die Spitalgesellschaft ist im Besitz des Kantons Bern.

Im Sommer versuchten vorwiegend bürgerliche Kantonsparlamentarier aus der Region den Druck auf die rot-grün dominierte Stadt Biel zu erhöhen. Sie gelangten mit einer Interpellation an den Regierungsrat und wollten wissen, ob die Ortsplanung der Stadt Biel den Bau des neuen Regionalspitals in Brügg gefährden könnte.

Der Regierungsrat machte klar, dass er erwartet, dass die Stadt sich an die Vereinbarung von 2019 hält und die eingeplanten 55 Millionen Franken auch realisiert werden.

Wie auch immer sich das Areal im Beaumontquartier entwickeln werde, es werde ein Prozess über mehrere Jahre sein, führte Gonzalez Bassi aus. Wichtig sei, dass die Weiterentwicklung einen roten Faden habe und städtebaulich kohärent sei.

Neubau an verkehrstechnisch guter Lage

Das bestehende Spital im Bieler Beaumontquartier kommt langsam in die Jahre und wird die Anforderungen an ein modernes Zentrums- und Akutspital künftig nicht mehr erfüllen. Am jetzigen Standort mitten im Wohngebiet kann es sich nicht weiterentwickeln. Und auch der Standort am Hang ist von der Verkehrserschliessung her heute nicht mehr optimal.

Am neuen Standort im Brüggmoos sind diese Bedingungen gegeben. Die Gesamtkosten für das Projekt des neuen Spitals werden auf 250 Millionen Franken geschätzt.

2024 ebneten die Stimmberechtigten in Brügg den Weg für den Spitalneubau an der Urne mit über 84 Prozent Ja-Stimmenanteil.

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