Bildung im Kanton Bern soll ohne Verfassungsauftrag besser werden
Die Qualität der Bildung wird nicht in der Berner Kantonsverfassung verankert. Die Stimmberechtigten haben die sogenannte Bildungsinitiative mit 59,9 Prozent Nein-Stimmen verworfen.
(Keystone-SDA) Das teilte die bernische Staatskanzlei am Sonntag mit. 198’560 Stimmende legten ein Nein in die Urne, 132’785 hiessen die Vorlage gut. Die Stimmbeteiligung betrug 45,3 Prozent.
Alle zehn Verwaltungskreise schickten das Begehren bachab. Ja sagten nur die Städte Bern, Biel und Burgdorf sowie die Berner Vorortsgemeinde Bremgarten und einige bernjurassische Dörfer.
Die Mehrheit der Stimmenden folgte mit ihrem Nein der Empfehlung von Regierung und Parlament. Entsprechend erfreut zeigte sich das gegnerische Komitee. Die Initiative habe zwar berechtigte Fragen aufgegriffen, aber keine überzeugenden Antworten geliefert.
Das Resultat sei kein Nein zu einer guten Schule, sondern ein Nein zu einer ungeeigneten Lösung, sagte Nadja Günthör, Präsidentin des Komitees und SVP-Grossrätin, in einer Medienmitteilung.
«Lehrplan kritisch überprüfen»
Das Komitee bezeichnete das Ergebnis zugleich als Auftrag für konkrete Verbesserungen im Bildungswesen. Vonnöten seien unter anderem eine kritische Überprüfung des Lehrplans, praxistaugliche Lehrmittel sowie die Entlastung der Lehrpersonen von administrativen Aufgaben.
Ähnlich sieht es die SVP. Nun gelte es, die Probleme an den Schulen pragmatisch anzugehen und die Schulkinder wieder besser auf den beruflichen Alltag vorzubereiten. Dazu gehöre eine Fokussierung des Unterrichts auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen.
«Auftrag bleibt»
Das Unterstützungskomitee will die Gegner beim Wort nehmen. In der Tat bleibe der Auftrag für Verbesserungen an den Schulen bestehen. Entsprechende Massnahmen gelte es nun auf gesetzlicher Ebene anzugehen.
Gefragt seien konkrete Lösungen zur Entlastung der Lehrpersonen und der Verbesserung der Unterrichtsqualität, teilten die Grünen mit. Unter anderem müssten Anreize für Quereinsteiger geschaffen werden. Auch gelte es, Schulsekretariate auszubauen, die den Lehrkräften viel abnehmen könnten.
Die von einem Komitee rund um den Berufsverband Bern lancierte Initiative hatte eine Ergänzung der Kantonsverfassung gefordert. Gemeinden sollten für eine Bildung «von flächendeckend hoher Qualität» sorgen und die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Das Begehren forderte zudem genügend qualifizierte Lehr- und Fachkräfte.