Bundesrat sieht Schweiz gewappnet gegen Tigermücke
Die Asiatische Tigermücke breitet sich in der Schweiz weiter aus. Eine direkte Gefahr für Ausbrüche von Tropenkrankheiten stellt das Insekt gemäss einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Bundesrates aktuell aber nicht dar.
(Keystone-SDA) Denn bisher wurden in der Schweiz keine lokal übertragenen Fälle von Tropenkrankheiten wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Fieber durch Tigermücken verzeichnet, wie der Bundesrat schreibt.
Die Ausbreitung der Tigermücke in der Schweiz ist je nach Region sehr unterschiedlich. In den Kantonen Genf, Basel-Stadt und Tessin gilt die Tigermücke als flächendeckend etabliert. Die starke Verbreitung wird im Bericht auf die Lage an Hauptverkehrsachsen, die Nähe zu bereits befallenen Gebieten im Ausland und den starken Grenzgängerverkehr zurückgeführt.
In sieben weiteren Kantonen, darunter Aargau, Waadt und Zürich, haben sich regionale Populationen gebildet. Zehn Kantone verzeichneten bisher nur vereinzelte Nachweise, während sechs Kantone als frei von der Tigermücke gelten.
Der Bundesrat sieht die Schweiz denn auch als gewappnet gegen die Tigermücke. Die Bekämpfung des Insekts sei allerdings auch eine langfristige Daueraufgabe für Behörden und Bevölkerung, die durch den Klimawandel und die zunehmende Mobilität weiter an Bedeutung gewinne. Eine laufende Revision des Umweltschutzgesetzes könnte es den Kantonen künftig erlauben, Bekämpfungsmassnahmen für obligatorisch zu erklären, wie es im Bericht weiter heisst.
Bekämpfung mit neuen Methoden
Seit 2013 existiert ein nationales Monitoringprogramm, das seit 2020 vom Schweizerischen Mückennetzwerk (SMN) koordiniert wird. Ein zentrales Instrument ist auch der im vergangenen Jahr veröffentlichte Massnahmenplan des Bundes. Er bietet den Kantonen eine einheitliche Grundlage für Prävention und Bekämpfung.
Die etablierte Bekämpfung konzentriert sich auf die Beseitigung von Brutstätten wie stehendem Wasser in Gärten und auf öffentlichem Grund. Ergänzend kommen biologische Mittel gegen die Mückenlarven (Larvizide) zum Einsatz. Die Mithilfe der Bevölkerung sei im Rahmen dieser Massnahmen unerlässlich, schreibt der Bundesrat.
Zusätzlich werden neue Methoden erprobt, um die erwachsenen Mücken zu bekämpfen. Im Tessin etwa laufen Versuche mit der «Sterilen-Insekten-Technik» (SIT), bei der sterile Männchen freigesetzt werden, um die Fortpflanzung zu unterbinden.
Nach erfolgreichen Tests in Morcote wurden die Versuche 2025 auf 21 Tessiner Gemeinden ausgeweitet. Eine eigene Produktionsanlage für sterile Mücken ist für 2027-2028 geplant.