Caritas warnt vor schwierigem Jahr für Arme und fordert Taten
Caritas warnt vor Armut im neuen Jahr. Gemäss dem Hilfswerk nimmt die Belastung für ärmere Haushalte in der Schweiz 2026 weiter zu. Es bestehe Handlungsbedarf - von Armut betroffene Haushalte sollen dringend stärker entlastet werden.
(Keystone-SDA) Dies solle beispielsweise durch den Ausbau bestehender Massnahmen wie der Prämienverbilligung geschehen, hiess es am Donnerstag an einer Medienkonferenz des Hilfswerks in Bern.
Schuld an der Verschlechterung im Jahr 2026 seien sieben Gründe: Steigende Lebenshaltungskosten und Krankenkassenprämien, steigende Wohnungspreise, stagnierende Löhne bei steigenden Ausgaben, zu tiefe Sozialhilfe, mangelnde Unterstützung für Familien, Entlastung von Reichen und Belastung von Armen wegen Steuersenkungen und der Erhöhung der Mehrwertsteuer.
Chronische Armutsproblematik
Laut Caritas driftet die Gesellschaft weiter auseinander. Es gelinge der Schweiz seit Jahren nicht, die Armut zu verringern, wie auch das kürzlich erschienene erste nationale Armutsmonitoring des Bundes zeige. Die Armutsproblematik der Schweiz sei chronisch geworden.
Die Gesellschaft stehe vor der Aufgabe, für mehr Chancengerechtigkeit und mehr Ausgleich zu sorgen. Es sei nicht akzeptabel, dass 16 Prozent der Bevölkerung, darunter viele Familien und Kinder, mit stark eingeschränkten Perspektiven und der täglichen Sorge um die Existenzsicherung konfrontiert seien.
Die Zunahme der Ungleichheit solle verhindert werden. «Möglich wären höhere Vermögens- oder Erbschaftssteuern», hiess es in der Mitteilung zum Anlass.
Die Caritas lancierte am Donnerstag zudem die Webplattform «Armut in der Schweiz», die in einer gut verständlichen Form einen umfassenden Überblick zur Armutssituation in der Schweiz geben soll. Zum Start des 125-Jahr-Jubiläums von Caritas Schweiz solle die neue Plattform dazu beitragen, dass das Wissen zu Armut breit zugänglich sei, hiess es.
Rund acht Prozent der Schweizer Bevölkerung sind gemäss Bundesamt für Statistik von Armut betroffen. Doppelt so viele Menschen sind armutsgefährdet. Sie lebten in einem Haushalt, dessen verfügbares Einkommen nicht ausreiche, um das soziale Existenzminimum zu decken.