Detailhändler zu EU-Paketgebühr: Druck auf die Schweiz erhöht sich
Noch in diesem Jahr wird die EU eine Bearbeitungsgebühr auf Kleinpakete eingeführt. Nun müsse die Schweiz nachziehen, fordert der Schweizer Detailhandelsverband.
(Keystone-SDA) Die jüngste Ankündigung der Europäischen Union, eine Bearbeitungsgebühr auf Kleinpakete zu erheben, nahm die Swiss Retail Federation laut einer Stellungnahme vom Freitag erfreut zur Kenntnis. Erstmals will die EU die Gebühr bereits am 1. November erheben.
Die Abgabe soll für jedes im Internet bestellte und in die EU eingeführte Produkt gelten. Damit sollen die steigenden Kosten durch die wachsende Zahl kleiner Sendungen aus dem Online-Handel gedeckt werden – etwa die Sichtung und Kontrolle bei der Einfuhr. Die Höhe der Gebühr muss noch von der EU-Kommission festgelegt werden.
Eine solche zweckgebundene Gebühr bei der Einfuhr von Kleinsendungen habe der Schweizer Detailhandelsverband in der Vergangenheit wiederholt für die Schweiz gefordert, hiess es im Communiqué der Swiss Retail Federation.
Mit dem Entscheid Brüssels erhöhe sich nun der Druck auf die Schweiz, meinte der Verband auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Schweiz müsse nun nachziehen – ansonsten drohten «Ausweichbewegungen in der Logistik der Online-Handelsplattformen». Die Schweiz dürfe nicht zur «Paket-Einfuhrdrehscheibe für ganz Europa» werden.
Die Schweiz müsse zeitnah eine ähnliche Gebühr einführen. Der politische Wille dazu sei vorhanden, zeigte sich der Verband überzeugt.
Derzeit sind im Parlament mehrere Vorstösse zum Thema hängig. Dabei geht es um die Verantwortung internationaler Onlineplattformen bei der Produktsicherheit sowie die Entsorgung und Kontrolle der aus Ostasien versendeten Pakete.