Vom Bauernsohn zum Hotelkönig: Der Werdegang des Oberwallisers César Ritz
César Ritz stammt aus Niederwald im Oberwallis. Doch wer hätte gedacht, dass aus dem Bauernbub einst ein grosser Hotelkönig werden sollte.
Er hat einem der berühmtesten Hotels der Welt seinen Namen gegeben. Dabei beginnt die Geschichte von César Ritz weit entfernt von grossen Luxushotels: in einem Bergdorf im Oberwallis.
In Niederwald ermöglicht ein Museum, die aussergewöhnliche Karriere des berühmtesten Dorfkinds zu entdecken.
1850 in Niederwald im Goms geboren, wuchs César Ritz in einer Familie mit dreizehn Kindern auf – in einem Haus ohne Strom und Badezimmer.
Ein Wanderweg und ein Museum zeigen heute die Orte, welche die Kindheit der späteren Hotelierlegende geprägt haben.
Vom ehemaligen Bahnhof, der heute ein Museum ist, führt der César-Ritz-Rundweg in etwa zwei Stunden durch das Dorf und unter anderem auch über jene Wiesen, auf denen der junge César einst Rinder gehütet haben soll.
«Wir möchten seinen aussergewöhnlichen Werdegang, sein aussergewöhnliches Leben vorstellen. Man weiss nicht, woher er diesen Sinn für Luxus hatte», sagt Christa Mutter, Präsidentin des Vereins Station Ritz, gegenüber dem Westschweizer Fernsehen RTS.
Vom Goms ins europäische Luxushotelgewerbe
Als Jüngster seiner Geschwister beginnt Ritz zunächst eine Lehre als Schlosser, bevor er sein Heimatdorf verlässt, um sein Glück im Hotelwesen zu versuchen. Er arbeitet zunächst als Sommelier und Etagenkellner, bevor er die Karriereleiter emporsteigt.
Der junge Mann arbeitet unter anderem in einem Luxushotel in Rom, übernimmt dann die Leitung mehrerer Hotels in Menton im Süden Frankreichs und in Luzern und schliesslich in Monte Carlo, wo er sich auf die Luxushotellerie spezialisiert.
Im Jahr 1898 gründet er das Hôtel Ritz an der Place Vendôme in Paris für wohlhabende Gäste mit erstklassigem Service und hochwertigem Dekor. Er arbeitet dabei mit dem grossen Küchenchef Auguste Escoffier zusammen.
In der Folgezeit werden Ritz-Hotels in London, Madrid und anderswo auf der Welt eröffnet, in denen die High Society der damaligen Zeit empfangen wird. Nachdem er sich aus dem Geschäft zurückgezogen hatte, starb César Ritz 1918 im Alter von 68 Jahren in Küssnacht im Kanton Schwyz.
«César Ritz ist eine Ikone, und hier hat alles begonnen…», sagt Rafael Matos-Wasem, Forscher am Eirest, dem interdisziplinären Forschungsteam für Tourismus an der Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne.
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Eine Verbindung zwischen dem Dorf und der Welt
Beim Rundweg des Vereins Station Ritz geht es weniger darum, den Luxus zu verherrlichen, als das aussergewöhnliche Schicksal eines Dorfkinds zu erzählen, das zu einer internationalen Persönlichkeit wurde.
«Wir möchten seinen aussergewöhnlichen Werdegang, sein aussergewöhnliches Leben vorstellen. Mit César Ritz haben wir eine Verbindung zur Offenheit gegenüber der Welt», sagt Mutter.
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Zunächst auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris begraben, wurde César Ritz schliesslich nach Niederwald überführt, wo er neben seiner Frau ruht. Eine Rückkehr zu den Wurzeln, die einem allgemeineren Wunsch entspricht, meint Mutter.
«Im Leben von César und allen jungen Menschen gilt: Man bricht gerne auf, um die Welt zu entdecken, aber man kehrt auch gerne zurück.»
In Niederwald gibt es weder ein Fünf-Sterne-Hotel noch luxuriöse Suiten. Das Dorf bietet vielmehr Pensionen und Zimmer bei privaten Gastgeberinnen und Gastgebern. Das reicht, um sich nach dem Spaziergang auszuruhen und vielleicht vom aussergewöhnlichen Werdegang des Dorfkinds zu träumen, das zum König der Hoteliers wurde.
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