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Erneuter Sicherheitsvorfall am Leipziger Flughafen

Keystone-SDA

Ein beschädigter Zaun hat in der Nacht einen Polizeieinsatz am Flughafen Leipzig/Halle ausgelöst - gut zwei Monate nach dem Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne dort. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen. Nach der Spurenlage könnte ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen haben - auch ein Unfall komme infrage, sagte ein Polizeisprecher.

(Keystone-SDA) Kurz vor 23 Uhr in der Nacht auf Sonntag war der Schaden nach Polizeiangaben entdeckt worden. Die Polizei sprach von «einem sicherheitsrelevanten Vorfall». Später hiess es: «Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fahrzeug den Zaun durchbrochen haben muss.»

Als Einsatzkräfte das Flughafengelände durchsuchten, fanden sie dort weder das mutmassliche Fahrzeug noch unberechtigte Personen oder verdächtige Gegenstände. Die Suche nach dem Fahrzeug dauert an. Für den Tagesverlauf hatte die Polizei weitere Suchmassnahmen mit zusätzlichen Einsatzkräften angekündigt.

Flughafen verweist auf Sicherheitsstandards

Der beschädigte Zaunabschnitt liegt nach Angaben von Flughafensprecher Uwe Schuhart an einer öffentlich zugänglichen Strasse. Dort befindet sich auch eine Notfallzufahrt für externe Einsatzkräfte wie die Feuerwehr. Solche Zufahrten würden bei grossen Flughafenübungen genutzt. Beschädigt worden sei der Zaun, nicht das Notfalltor.

Eine Kamera mit Videoaufzeichnungsfunktion gebe es an dem betroffenen Zaunabschnitt nicht, sagte Schuhart. Dort befinde sich lediglich eine Kamera für den operativen Flughafenbetrieb, die keine Aufnahmen speichere.

Die Anforderungen an einen Zaun an einem Verkehrsflughafen seien gesetzlich geregelt. Der Zaun erfülle nationale und internationale Standards und werde regelmässig von den Behörden überprüft, sagte Schuhart.

Wegen des Polizeieinsatzes war die Nordpiste gesperrt. Der Passagier- und Frachtverkehr lief nach Angaben des Flughafens dennoch ohne Einschränkungen weiter, weil eine zweite Start-und-Lande-Bahn zur Verfügung steht.

Russische Antonows nicht in unmittelbarer Nähe

Drei russische Antonow-Frachtflugzeuge stehen wegen der EU-Sanktionen gegen Russland seit 2022 am Flughafen und dürfen nicht starten. Der beschädigte Zaunabschnitt und die Maschinen lägen zwar beide im Nord-Bereich, aber nicht unmittelbar beieinander, sagte Schuhart.

Die ebenfalls am Flughafen Leipzig/Halle befindlichen ukrainischen Antonow-Frachtflugzeuge seien dagegen im Süd-Bereich und damit deutlich weiter entfernt. Nach Angaben Schuharts sind bis zu sechs dieser Maschinen in Leipzig stationiert. Die ukrainische Fluggesellschaft Antonov Airlines hatte ihre Basis nach dem russischen Angriff auf die Ukraine dorthin verlegt, weil ein Flugbetrieb von ukrainischen Flughäfen aus nicht mehr möglich war.

Zusammenhang mit Drohnenfund unklar

Ob der aktuelle Vorfall mit dem Drohnenfund von Anfang August zusammenhängt, ist unklar. Damals war am Flughafen eine mit Sprengstoff präparierte Drohne neben ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich, Moskau wies die Vorwürfe zurück.

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