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EU-Entscheid könnte Sika-Hirsche vermehrt nach Zürich treiben

EU-Entscheid könnte weitere Sika-Führungskräfte nach Zürich treiben
EU-Entscheid könnte weitere Sika-Führungskräfte nach Zürich treiben Keystone-SDA

Die gepunkteten Sika-Hirsche aus Japan könnten bald vermehrt in den Kanton Zürich einwandern. Grund dafür ist ein Entscheid der EU. Die Mitgliedsländer müssen die Tiere dezimieren, weil sie nicht heimisch sind.

(Keystone-SDA) In Deutschland und Österreich gingen wegen dem EU-Entscheid vom Sommer 2025 die Wogen hoch. Medien schrieben bereits von einem «Ausrottungs- und Hinrichtungsplan». Die EU hatte den gepunkteten Sika-Hirsch als «invasive gebietsfremde Art» eingestuft.

Private Haltungen sind damit nur noch bis August 2027 erlaubt. Die frei lebenden Populationen sollen zudem «intensiv bejagt» werden. So will die EU verhindern, dass die heimischen Wälder geschädigt werden und sich die asiatischen Hirsche mit dem heimischen Rotwild kreuzen.

40 Sika-Hirsche im Rafzerfeld

Der Entscheid aus Brüssel könnte Auswirkungen auf den Kanton Zürich haben. «Wir werden den steigenden Jagddruck in Baden-Württemberg merken», sagt Reto Muggler, Co-Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung. Es könnten also mehr Sika-Hirsche einwandern.

Der Hirsch aus Asien lebt bereits heute im Kanton Zürich, wenn auch nur in einem kleinen Gebiet von gut 2300 Hektaren. Die Tiere sind nördlich des Rheins im Rafzerfeld im Kanton Zürich und im Kanton Schaffhausen zu beobachten. Gut 40 Tiere zählt diese Population.

Im Gegensatz zur EU, wo die Dezimierungspläne neu sind, werden die Sika-Hirsche im Kanton Zürich jedoch seit Jahren bejagt. Im vergangenen Jahr wurden 19 Tiere abgeschossen, um die Ausbreitung zu verhindern. «Wenn mehr Sika-Hirsche in den Kanton Zürich kämen, würden sie im normalen Rahmen weiter bejagt», so Muggler.

Bisher nicht über den Rhein geschwommen

Eine starke räumliche Verbreitung fürchtet der Kanton derzeit nicht. Der Sika-Hirsch bleibt laut Muggler in seinem Revier und ist sehr standorttreu. So sei er bisher auch nicht über den Rhein in Richtung Flaach geschwommen.

Dass sich die Sika-Hirsche – wie von der EU befürchtet – mit dem Rothirsch kreuzen, sieht der Kanton Zürich ebenfalls nicht als Gefahr. Denn die Arten leben hier weit auseinander: «Rothirsche kommen im Kanton Zürich recht weit weg im Knonauer Amt und im Oberland vor.» Die beiden Arten dürften sich also kaum über den Weg laufen.

Ein Geschenk des japanischen Kaisers

Die Zürcher Sika-Population stammt von einer Population im Schwarzwald ab, die seit 1939 dort lebt. Die gefleckten Hirsche stammen eigentlich aus Südostasien und aus dem Fernen Osten. Nach Europa, genauer nach Frankreich, kamen sie im Jahr 1890 als Geschenk des japanischen Kaisers. Dort schafften sie es, aus dem Schlosspark von Rambouillet in der Nähe von Paris zu fliehen.

Um 1900 wurden Sika-Hirsche nach Deutschland geholt, weil es Mode war, den einheimischen Wildbestand mit fremden Tierarten «anzureichern». Viele Sika-Hirsche lebten in Parkanlagen, wo sie wie schon in Frankreich erneut den Ausbruch schafften. Mittlerweile gibt es in Deutschland fünf Populationen.

Sika-Hirsche sind mit dem Rothirsch verwandt, aber – wie der heimische Damhirsch – deutlich kleiner. Von Mai bis September tragen sie ein Sommerkleid mit weissen Flecken.

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