Fettleibigkeit verlagert sich zunehmend in ärmere Länder
Fettleibigkeit ist kein Wohlstandsproblem mehr. Eine neue globale Studie zeigt: Während sich der Anstieg im Westen verlangsamt, nehmen die Raten in ärmeren Ländern stark zu.
(Keystone-SDA) Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am Mittwoch im Fachjournal «Nature» erschienen ist.
Ein internationales Forschungsteam analysierte dafür Daten von über 230 Millionen Menschen aus rund 200 Ländern und Territorien aus den Jahren 1980 bis 2024.
In vielen einkommensstarken Ländern, auch in der Schweiz, habe sich der Anstieg verlangsamt. In Westeuropa stabilisierte sich der Anteil adipöser Erwachsener bei 11 bis 23 Prozent.
In Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen stiegen die Raten hingegen stark an, etwa in Teilen Lateinamerikas. Dort seien teils 30 bis 40 Prozent der Erwachsenen fettleibig.
Als Gründe nannten die Forschenden veränderte Lebensbedingungen durch wachsenden Wohlstand. Kalorienreiche Lebensmittel seien breiter verfügbar, während körperliche Arbeit abnehme.