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Cliquenkeller müssen bis zur Basler Fasnacht brandsicher werden

Keystone-SDA

Die Feuerpolizei führt vor der Basler Fasnacht eine Begehung aller Cliquenkeller durch. Während der Fasnacht sind neu Stichkontrollen zur maximalen Belegungszahl vorgesehen. Dies ist Teil eines Massnahmenpakets des Kantons nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS.

(Keystone-SDA) Die obligatorische Vorbesichtigung aller rund 70 Keller mit einer Betriebsbewilligung wird am 2. Februar starten, wie Veronika Röthlisberger, Direktorin der Gebäudeversicherung Basel-Stadt, am Donnerstag vor den Medien sagte. In den öffentlich zugänglichen Vereinslokalen wird zudem ein striktes Rauch- und Feuerverbot gelten. Ausnahmen gibt es nur bei bewilligten Gaskochstellen.

Die Behörden stellen den Fasnachtscliquen Informationsplakate mit der maximalen Belegungszahlen zur Verfügung, die sie bei den Kellereingängen anbringen müssen. Wie sie die Anzahl Gäste im Auge behalten, ist den Cliquen selbst überlassen, etwa mit einem Türsteher oder einem Reservationssystem. Die meisten Keller haben eine Bewilligung für maximal 50 oder 100 Personen.

«Wenn es Probleme gibt sind, sind es überfüllte Keller und verstellte Fluchtwege», sagte Röthlisberger. Die Feuerpolizei wird die Stichkontrollen nicht nur in den Cliquenkellern, sondern auch in anderen Lokalen durchführen.

Schliessung von mangelhaften Kellern ist möglich

Stellt sie bei der Begehung vor der Fasnacht gravierende Mängel fest, die nicht behoben werden können, verfügen die Behörden eine Nutzungsbeschränkung, die bis zu einer faktischen Schliessung führen kann. Dasselbe gilt, wenn die Feuerpolizei bei den Stichkontrollen während des Betrieb Verstösse gegen die Brandschutzauflagen feststellt oder die Betreiber nicht kooperieren.

Zudem führt die Gebäudeversicherung am 29. Januar eine Informationsveranstaltung für die Betreiberinnen und Betreiber durch. Unter anderem sollen die Fasnachtscliquen daran erinnert werden, die Fluchtwege freizuhalten und diese nicht etwa als Abstellplätze für Trommeln und Larven zu nutzen, wie Röthlisberger weiter sagte.

«Ziel ist eine sichere Fasnacht», sagte Regierungsrätin Tanja Soland (SP). Nach der Katastrophe von Crans-Montana in der Neujahrsnacht seien in der Bevölkerung Verunsicherung und viele Fragen im Hinblick auf den Grossanlass präsent.

Die Regierung hat 70’000 Franken für die Informations- und Sensibilisierungskampagne zum Brandschutz gesprochen. Die Kontrollgänge gehen aufs Konto der Gebäudeversicherung. Sechs Experten werden diese durchführen, wie die Direktorin der Gebäudeversicherung weiter sagte.

Bei den Begehungen liegt der Fokus unter anderem auf den Fluchtwegen und Feuerlöschern sowie auf der Schulung des Personals. Ein Thema wird auch die Dekoration sein. Viele Cliquenkeller sind etwa mit Laternenseiten geschmückt. Leicht brennbares Material ist nicht erlaubt. Bei Zweifel empfiehlt die Feuerpolizei, eine Probe des Materials im Freien zu testen und auf die entsprechende Deko zu verzichten oder sie zu behandeln, damit sie nur schwer entflammbar ist.

Manche Cliquen sind schon gerüstet

Mehrere angefragte Cliquen verfügen in ihren Kellern über diverse Brandschutz-Massnahmen wie Fluchtwege, Rauchverbot, Feuerdecken und Feuerlöscher und sehen daher den Kontrollen gelassen entgegen.

Für manche wird sich mit dem Massnahmenpaket nicht viel ändern. Die «Primidoofe» führen etwa bereits seit 13 Jahren Einlasskontrollen vor dem Keller durch, wie der Obmann Thomas Schubert auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Er begrüsse es, dass die Feuerpolizei die Keller zur Sicherheit anschaue.

Die Lälli-Clique schult jedes Jahr ihre Mitglieder, von den Kindern bis zu den Senioren, für die Fluchtwege, wie die Kellerchefin Christine Kuhn erklärte. Ebenso besteht dort seit Jahren ein Kerzenverbot. Türsteher waren bis anhin nicht nötig, da der Keller nicht an einer Strasse mit viel fasnächtlicher Laufkundschaft liegt, wie sie weiter sagte.

Die Rumpel-Stube liegt hingegen an einem Hotspot. Im Pfeffergässlein herrscht abends ein Gedränge, wenn viele Gäste und Schnitzelbänke in die dortigen Keller strömen. Eine Personenbeschränkung werde daher eine grosse Herausforderung, wie Marc de Candido, Kellerchef der Rumpel-Clique, gegenüber Keystone-SDA sagte. Brandschutztechnisch sei das Lokal gut aufgestellt und verfüge unter anderem über zwei Fluchtwege, Feuermelder und Notausgangleuchten.

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