Expo.02: Nochmals in Geldnöten
Obwohl gut besucht, die Expo.02 braucht erneut bis zu 70 Mio. Franken vom Bund. Es fehlen Einnahmen.
Die Parteien sind zwar wenig begeistert vom Zusatzkredit. Einzig die SVP und die Grünen stellen sich klar gegen das neue Kreditbegehren.
Marketing hat sich verrechnet
Auch beim Dreitage-Pass habe man sich verkalkuliert. Das Marketing habe versagt. So fehlen beim Ticketverkauf 100 bis 110 Mio. Franken. Beim Sponsoring beläuft sich der Fehlbetrag auf 192 Mio. Franken. Die Einnahmen bei Fun Park, der Beherbung und dem Merchandising liegen laut Expo-Sprecher Toni Burgener 95 bis 105 Mio. Franken unter den Erwartungen.
Am Schluss werden der Expo so zwischen 516 bis 546 Mio. Franken fehlen. Zieht man von diesem Betrag die letzten Zusatzkredite des Bundes (478 Mio. Franken) ab, ergeben sich die 40 bis 70 Mio. Franken, welche die Ausstellung spätestens im Jahr 2003 noch braucht. Laut Burgener reicht die Liquidität bis Ende Jahr sicher aus.
Insgesamt hat der Bund bislang 838 Mio. Franken Kredite, Darlehen oder Defizitgarantien an die Landesausstellung gewährt.
SP und FDP dafür
Die Expo sei ein Riesenerfolg, sagte SP-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat. Der Zusatzkredit sei «eine Notwendigkeit bei einer ausserordentlichen Übung.»
Die Freisinnigen (FDP) warnen davor, die Expo.02 auf eine reine Finanzübung zu reduzieren, sagte Generalsekretär Guido Schommer. Der neue Antrag komme nicht überraschend.
SVP und Grüne dagegen
Die Expo sei zwar eine tolle Sache, sagte CVP-Sprecherin Béatrice Wertli. Aber die Ausstellung habe Misskalkulationen gemacht. Die CVP habe sich seit vergangenem Oktober gegen neue Kredite gewehrt. Auch jetzt gebe es keinen mehr ohne Auflagen wie umfassende Aufklärung.
Einzig bei der SVP und den Grünen hat man kein Verständnis für den Zusatzkredit. Es sei eine Frechheit, dass die Expo den Bund wieder anbettle, sagt die SVP. Die Grünen, so Generalsekretär Hubert Zurkinden, würden einen erneuten Antrag für einen Zusatzkredit bekämpfen.
swissinfo und Agenturen
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