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Franke 2009: Gewinneinbruch wegen Wirtschaftskrise und Restrukturierungen

Dieser Inhalt wurde am 27. Mai 2010 - 13:31 publiziert

Zürich (awp) - Der Küchen- und Waschraumsystemhersteller Franke hat im vergangenen Jahr erneut einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Die Wirtschafts- und insbesondere die Immobilienkrise sowie Restrukturierungskosten rissen ein Loch in die Kasse. Die Kostensparmassnahmen sollen im laufenden Jahr Wirkung zeigen.
Unter dem Strich verdiente die Aargauer Industriegruppe 2009 noch 80,2 Mio CHF nach 141,2 Mio CHF im Jahr davor, wie Franke-Eigentümer und CEO Michael Pieper am Donnerstag während der Bilanzmedienkonferenz in Zürich bekannt gab. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) ging auf 260 Mio CHF von 351,3 Mio zurück. Wie bereits früher mitgeteilt, sank der Umsatz um 17,7% auf 2,416 Mrd CHF.
Das Unternehmen legte den Fokus 2009 auf Massnahmen zur Kostensenkung und zur Effizienzsteigerung wie auch auf den Liquiditätsaufbau und auf ein restriktives Investitionsverhalten. Die Restrukturierungskosten für Abfindungen von entlassenem Personal, Schliessungen und Zusammenlegungen sowie ausserordentliche Abschreibungen verschlangen 24,6 Mio CHF. Dazu kamen weitere einmalige Sonderkosten von rund 15 Mio CHF. Insgesamt baute die Gruppe fast 1'500 Stellen ab und beschäftigte Ende Jahr noch 10'445 Mitarbeitende.
In der Division Kitchen Systems, der rund 62% des Umsatzes beisteuerte, ging der Umsatz um 16,8% zurück. Allerdings hätten sich die Umsätze und Erträge im Verlauf des Jahres stetig verbessert und seien im vierten Quartal 2009 erstmals über dem Vorjahr gelegen, betonte Pieper.
Auch die anderen Divisionen mussten im vergangenen Jahr Einbussen hinnehmen: So lag der Umsatz bei Foodservice Systems um 9,3% unter dem Vorjahresniveau, bei Washroom Systems um 11,4%, bei Coffee Systems um 20,4% und bei Beverage Systems gar um 58,2%. Bei Beverage Systems sei der Einbruch marktbedingt, sagte Pieper: "Der Offenausschank von Bier in Restaurants ist weltweit markant zurückgegangen."
Ins neue Jahr ist die Gruppe verhalten gestartet. So resultierte im ersten Quartal ein Umsatzrückgang von 2,6% auf 565,4 Mio CHF. Der Auftragsbestand habe sich seit Jahresbeginn allerdings verbessert, sagte Finanzchef Jürg Fischer. Bei den Kitchen Systems stieg der Umsatz in den ersten drei Monaten 2010 zwar um 6,7%, bei der Franke Commercial Systems, welche seit Anfang 2010 die übrigen Industriedivisionen umfasst, sank er allerdings um 16,5%.
Pieper gab sich für das laufende Jahr "vorsichtig optimistisch". So erwartet er, dass die weltwirtschaftliche Erholung 2010 ins Stagnieren gerate und sich erst 2011 festigen dürfte. Die durchgeführten Restrukturierungsmassnahmen würden aber zu einer verbesserten Ertragssituation führen. Bereits 2009 habe Franke eine von Quartal zu Quartal verbesserte Ertragssituation verzeichnet.
Die Beteiligungen an den Industrieunternehmen, die seit Anfang Jahr in der Franke Artemis Industrial Participations zusammengefasst sind, veränderten sich 2009 nur wenig. Im April des laufenden Jahres hatte Franke Artemis von Forbo einen 6%-Anteil am Industriekonzern Rieter gekauft und damit die eigene Rieter-Beteiligung auf gut 11% aufgestockt. Ende April hatte sie zudem ihre Beteiligung an der Forbo Holding von 31,4% auf 25,1% abgebaut: Als Grund gab Pieper das Forbo-Aktienrückkaufprogramm an.
Weitere Absichten zum Aufbau von Beteiligungen habe er derzeit nicht, sagte Pieper an der Medienkonferenz. Franke Artemis hält des weiteren noch bedeutende Beteiligungen an AdvalTech (21%), Feintool (30%) und Precious Woods (8%). Er habe realisieren müssen, wie stark automobillastig die Beteiligungen seien, räumte Pieper ein: Für das laufende Jahr gehe er aber von einer positiven Entwicklung und erholten Aktienkursen bei.
tp/ps

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