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Camping

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Einige von Ihnen haben einem Schweizer Campingplatz in der schweren Zeit des Corona-Lockdowns über die Runden geholfen. Wie das? Im Briefing erfahren Sie mehr.

Herzliche Grüsse aus Bern

Camping
Enzo Lopardo

In Zeiten von Corona kam es zuweilen zu besonderen Schicksalsgemeinschaften. So etwa auf einem Campingplatz im Züribiet.

Normalerweise wohnen zu dieser Zeit nur Dauermieter und Wintergäste auf dem Campingplatz am Schützenweiher bei Winterthur. Nun kam während des Lockdowns eine weitere Gruppe hinzu: gestrandete Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer.

Einige von ihnen hätten nicht mehr zurück in ihr Wohnland reisen können. Andere seien sogar froh gewesen, den im Vergleich zu ihrem Wohnland lockereren Lockdown in der Schweiz aussitzen zu können, wie der Landbote schreibt. Ein Paar sei sogar extra vor dem harten Lockdown aus Südafrika in die Schweiz geflohen, erzählt der stellvertretende Pächter des Campingplatzes.

Derzeit seien die Stellplätze komplett ausgebucht, freut er sich. Obwohl der Umsatz tiefer ausgefallen sei als in anderen Jahren (zwei grosse Feste fielen aus), ist er zufrieden: «Wir sind alle gut durch die Krise gekommen.» Dies sicher auch dank den gestrandeten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern.

NZZ
NZZ

Man hatte das Schlimmste befürchtet. Doch nun zeigt sich: Ein Massensterben von Kleinbetrieben wegen der Coronakrise konnte verhindert werden.

Es gibt sogar wieder mehr Neugründungen von Unternehmen. Das zeigt eine Analyse der Neuen Zürcher Zeitung. Sie verglich alle Handelsregister-Einträge von 2020 mit dem entsprechenden Zeitraum im Vorjahr.

Demnach setzte bereits Anfang Mai wieder eine Normalisierung bei den Konkurszahlen ein, wie die Zeitung in ihrem Frontartikel mit dem Titel «Notpaket verhindert Konkurse» schreibt.

Allerdings bleibt die NZZ vorsichtig: «Ob die schlimmsten Szenarien verhindert werden konnten oder ob die bundesrätlichen Massnahmen viele Konkurse nur aufgeschoben haben, werden erst die kommenden Monate zeigen.» Und auch bei den Firmen-Neugründungen müssten für eine Einschätzung wohl die kommenden Monate abgewartet werden.

Kinder arbeiten in einer Goldmine
Pep Bonet / Noor Images

Es dürfte spannend werden. Voraussichtlich im Herbst stimmen wir über die Konzernverantwortungs-Initiative ab.

Hin und her ging es zwischen Nationalrat und Ständerat. Mehrmals, ohne Einvernehmen. Erst in einer Einigungskonferenz rauften sich die beiden Räte zusammen und einigten sich auf einen Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungs-Initiative. In der Hoffnung, dass die Initiantinnen und Initianten ihre Initiative zurückziehen.

Doch die denken nicht daran. Gemäss Umfragen geniesst das Anliegen der Initiative, internationale Konzerne mit Sitz in der Schweiz enger an die Kandare zu nehmen, breite Unterstützung in der Bevölkerung.

Zwar sieht der Gegenvorschlag vor, multinationale Unternehmen zu verpflichten, über Themen wie Menschenrechte, Umwelt und Korruption zu berichten und gewisse Sorgfaltspflichten einzuhalten. Allerdings soll es keine Regeln für die Haftung von Unternehmen geben. Deshalb kommt es jetzt zur Abstimmung zwischen Initiative und Gegenvorschlag.

Bettlerin
Yves Leresche

In der Schweiz verbietet die Mehrheit der Kantone das Betteln. Wir gingen auf die Strasse und haben uns umgehört.

Sie heissen Mindra und Bogdan. Das Paar aus Rumänien suchte in der Schweiz jahrelang Arbeit in der Landwirtschaft – ohne Erfolg. Zwischen 2013 und 2018 überlebten die beiden in Lausanne durch Betteln. Dann verbot der Kanton Waadt als einer der letzten Kantone in der Schweiz das Betteln.

«Früher gab es Regeln fürs Betteln. Das aktuelle Gesetz ist eindeutig repressiv«, sagt ein Lausanner Polizeibeamter im Artikel meiner Kollegin Marie Vuilleumier. Für die Ladenbesitzer hingegen sei das Verbot positiv, betont er.

Marie ging in Lausanne auf die Strasse und sprach für ihre Reportage auch mit Mindra und Bogdan. So wie der Fotograf Yves Leresche, der in der gleichen Stadt fünf Jahre lang Bettlerinnen und Bettler begleitete, bevor das Verbot in Kraft war.

Zeichnung einer Weltkugel.
swissinfo.ch

Und zum Schluss noch dies: Wir planen am 16. Juni 2020 um 15.00 Uhr ein informelles, virtuelles Gespräch mit der Auslandschweizer-Community über das Thema «Zurück in die Schweiz?».

Dieses Gespräch soll ein kleines Experiment für einen «etwas anderen» Austausch miteinander sein.

Interessierte Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer können sich via Link in unsere Videokonferenz einschalten, mitreden oder Fragen stellen:

http://s.swissin.fo/7UIsgP0Externer Link

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