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295 Millionen verteilt

Fonds-Präsident Rolf Bloch. Keystone

Der Spezialfonds für Holocaustopfer steht vor dem Abschluss seiner Arbeit. Insgesamt kamen 312'215 bedürftige Überlebende in den Genuss von Geldern.

Die Begünstigten erhielten je 600 bis 2000 Franken. «Für einige war dies eine materielle Hilfe. Es war aber auch eine moralische Geste», erklärte Fonds-Präsident Rolf Bloch in einer ersten Bilanz am Donnerstag in Genf. «Für viele der Opfer war es die erste internationale Anerkennung ihrer Leiden.»

Grösster Anteil an jüdische Überlebende…

Die grösste Gruppe der Begünstigten waren jüdische Holocaust-Überlebende (255’078 Personen). An sie gingen total 249 Mio. Franken.

41’512 waren politisch Verfolgte, die zusammen 25,5 Mio. Franken bekamen.13’763 waren Sinti und Roma, an die total 17 Mio. Franken flossen.

3,5 Mio. Franken gingen an insgesamt 1649 so genannte «Gerechte unter den Völkern», die Juden vor den Nazis in Sicherheit gebracht hatten. Der Rest – etwa eine Viertel Million Franken – wurde unter total 213 von den Nazis verfolgte Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Behinderte und Christen jüdischer Abstammung verteilt.

…im Osten Europas

Geographisch floss der Löwenanteil des Geldes (43,1 Prozent) nach Osteuropa und in die ehemalige Sowjetunion. An zweiter Stelle rangiert Israel (29,3 Prozent), vor Nordamerika (16,4 Prozent) und Westeuropa (9,6 Prozent).

Insgesamt gingen die Gelder in 48 Länder. In der Schweiz kamen etwa 100 Personen in den Genuss von Zahlungen.

298 Mio. Franken schwerer Fonds

Die ursprünglich von Banken, Industrie und Nationalbank in den Fonds einbezahlte Summe von 273 Mio. Franken wurde bis Ende 2001 durch Zinsen und Schenkungen um 25 Mio. Franken auf knapp 298 Mio. Franken erhöht.

Wie die Fonds-Generalsekretärin Barbara Eckwall darlegte, hat die Fondsleitung bislang über die Verteilung von 295 Mio. Franken entschieden. Davon wurden 292 Mio. Franken an die verteilenden Partner-Organisationen überwiesen.

Bei den Begünstigten eingetroffen sind bislang 284,7 Mio. Franken. Drei im Fonds verbleibende Millionen werden noch vom Bund an humanitäre Organisationen verteilt.

Folge der Holocaust-Debatte

Der Spezialfonds war 1997 im Zuge der Debatte über die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg vom Bundesrat eingerichtet worden. Der Fonds sollte ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern des Naziregimes setzen.

Beim Spezialfonds für Holocaustopfer handelt es sich um eine Einrichtung, die nichts zu tun hat mit dem so genannten Bankenvergleich zur Begleichung von nachrichtenlosen Vermögen.

swissinfo und Agenturen

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