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Auszeichnung für einen Milliardär und einen Sportler

Auszeichnung in Washington: Thabo Sefolosha (links) und Hansjörg Wyss. swissinfo.ch

Der Milliardär Hansjörg Wyss und der Basketballstar Thabo Sefolosha sind vom Schweizer Botschafter in Washington mit dem Tell-Preis ausgezeichnet worden. Die Zeremonie fand im Beisein von gut 1000 Personen an der Soirée Suisse statt.

Begrüsst von zwei Alphornbläsern waren am Mittwochabend mehr als 1100 Gäste zur elften Ausgabe der Soirée Suisse in den Park der Schweizer Botschaft geströmt. Die jährliche Veranstaltung hat sich zu einem festen Bestandteil der gesellschaftlichen Agenda Washingtons entwickelt.

Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und Kultur, hohe Beamte der Bundesregierung und lokaler Behörden, Berater von amerikanischen Senatoren und Abgeordneten, Offiziere der Streitkräfte, Vertreter anderer Botschaften, Direktoren von Nicht-Regierungsorganisationen sowie Auslandschweizer und Vertreter von Schweizer Vereinigungen kamen miteinander ins Gespräch – und genossen Schweizer Wein und Schokolade.

Innovationsgeist

Die Soirée Suisse wurde 2011 lanciert, um einen Akzent zu setzen für den «Innovationsgeist der Schweizer», wie es der ehemalige Botschafter Urs Ziswiler einmal umrissen hatte. Die Veranstaltung sei auch eine «Gelegenheit, das herausragende Bild der Schweiz als attraktives Land zu unterstreichen, das hochqualitative Produkte in einem stilvollen Umfeld anbietet», erklärt sein Nachfolger Manuel Sager gegenüber swissinfo.ch.

Die Gästeschar der Soirée Suisse bewegte sich vor dem Hintergrund der Residenz des Botschafters: Ein modernes Gebäude, das den ökologischen Baunormen der Schweiz entspricht (Minergie-Standard) und vom Schweizer Architekten Justin Rüssli zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Steven Holl gestaltet wurde. Das Gebäude wurde mit dem internationalen Architekturpreis des Royal Institute of British Architects ausgezeichnet.

Lebendige Beispiele für Erfolg

Am Mittwoch hatten die Gäste aber auch die Möglichkeit, lebendige Beispiele für Erfolge von Schweizern und die bilaterale Freundschaft zu treffen. Botschafter Sager erklärte bei der Übergabe des Tell-Preises an Hansjörg Wyss und Thabo Sefolosha, beide zeichneten sich durch ihr «grosses Herz» aus.

«Sie erhalten den Preis nicht nur aufgrund ihrer Beziehungen zur Schweiz und den USA, sondern auch weil sie ihren Status zum Wohl anderer nutzen», erklärte der Botschafter.

Hansjörg Wyss ist der zweitreichste Schweizer. Er hatte die Synthes, ein Medizinaltechnik-Unternehmen, an die Weltspitze geführt. Vor einigen Monaten hat er Synthes an den amerikanischen Konzern Johnson&Johnson verkauft.

Der Berner Wyss, der sich 1958 während einem beruflichen Austauschprogramm in den Westen Amerikas verliebte, ist aber auch bekannt für die Gründung einer Stiftung, die sich für den Schutz von Naturgebieten in Wyoming und anderen Bundesstaaten der Region vor den Interessen von Tourismus, Immobilienhandel, Bergbau und Ölförderung einsetzt.

Programme für Gefangene

Daneben engagiert sich Wyss auch zugunsten von Unterprivilegierten und Benachteiligten in den USA. Er unterstützt Programme für Gefangene, zur Unterstützung von illegalen Immigranten, Armen und Leuten, die keine Krankenversicherung haben. Zurzeit plant er, vermehrt gegen Ungleichheiten vorzugehen, mit denen sich Frauen in den USA und anderswo konfrontiert sehen.

«Mein Einsatz für soziale Probleme ist genau so wichtig für mich, wenn nicht gar wichtiger, als meine Arbeit zugunsten der Umwelt», sagt Wyss. Was die Präsidentschaft von Barack Obama angeht, zieht Wyss in Sachen Umwelt eine zwiespältige Bilanz. «Er war sehr vorsichtig. So hat er zum Beispiel im Westen der USA nur gerade eine geschützte Zone geschaffen.» Dennoch schätzt der grüne Milliardär, dass «Barack Obama im Vergleich zu Mitt Romney aus Sicht der Umwelt klar der bessere Kandidat ist».

Erster Schweizer in der NBA

Thabo Sefolosha, der sich mit dem Milliardär den Tell-Preis und das soziale Engagement teilt, gehört sonst einer anderen Welt an, jener des amerikanischen Profisports. Er ist der erste Schweizer Spieler, der für die NBA, die amerikanische Basketball-Liga, rekrutiert wurde.

2006 hatten die Chicago Bulls den Mann aus Vevey, dessen Mutter Schweizerin und dessen Vater Südafrikaner ist, unter Vertrag genommen. Heute spielt Sefolosha für das Team Oklahoma Thunder. Er lebt mit seiner Frau, einer Franko-Kamerunerin, in Oklahoma City, das Paar hat zwei Mädchen im Alter von 3 und 5 Jahren.

Ein Segen, zu helfen

In diesem Jahr gewann sein Team die Meisterschaft der Western Division und stiess in die Playoffs der nationalen NBA-Meisterschaft vor. Thabo Sefolosha vergisst aber weder die Schweiz, noch jene, die viel weniger haben als er. Jedes Jahr kommt er in die Schweiz, wo er ein Basketball-Camp für Jugendliche organisiert. Unteren anderem unterstützt er daneben finanziell ein Hilfsprojekt für Arme und Jugendliche in der Township in Südafrika, aus der sein Vater kommt.

«Es ist wirklich ein Segen, wenn man in der Lage ist, anderen helfen zu können», erklärte Sefolosha wenige Minuten vor der Zeremonie zur Übergabe des Tell-Preises. «Es ist unglaublich und schwer zu erklären. Ich glaube, es gehörte ein wenig Glück dazu, aber auch eine gewisse Einstellung. Ich versuche, meinen Job so gut als möglich zu tun», unterstreicht der Champion. «Ich hatte das Glück, in gut funktionierenden Teams zu sein. Dazu kam, dass ich wirklich eine Rolle spielen konnte und in der Lage war, in der NBA aufzublühen. Aber das alles hat auch viel Anstrengung gebraucht, viel harte Arbeit.»

Der rein symbolische Preis, der den Namen des legendären Schweizer Helden Wilhelm Tell trägt, wurde 2004 zum ersten Mal verliehen.

 
Am Anfang wurden mit dem Preis innovative Unternehmen des amerikanischen Kontinents ausgezeichnet, die in der Schweiz wichtige Investitionen tätigten.

Seit 2009 geht der Preis auch an Einzelpersonen, die im Rahmen der schweizerisch-amerikanischen Freundschaft eine markante Rolle spielen.

Ingenieur, Unternehmer, Umweltschützer. Geboren 1936 in Bern.

Einer der zwei reichsten Männer der Schweiz, und einer der reichsten weltweit.

Dank einer seiner Stiftungen wurden im Westen der USA mehrere Millionen Hektaren natürlicher Räume geschützt.

Wyss engagiert sich mit seinen karitativen Tätigkeiten auch im Sozialbereich.

Der Basketballspieler kam 1984 in Vevey zur Welt.

 
Erster Schweizer, der in der NBA spielt.

Er organisiert jeden Sommer ein Basketballcamp für Jugendliche in der Schweiz und finanziert ein Hilfsprojekt in der südafrikanischen Township, aus der sein Vater stammt.

2007 war er im Rahmen des Programms «Swissroots» in den USA ein «Botschafter des Charmes» für die Schweiz.

(Übertragung aus dem Französischen: Rita Emch)

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