Graubünden treibt Ansiedlung von zwei neuen Luchsen voran
Der Kanton Graubünden will zwei neue Luchse aussetzen. Der erste soll voraussichtlich im Winter 2027 im Jura eingefangen werden. Das erklärte die zuständige Mitte-Regierungsrätin Carmelia Maissen am Dienstag vor den Medien. Der Grund für die Aussetzung sind drei Fehlabschüsse.
(Keystone-SDA) Konkret erlegten Bündner Wildhüter die drei Luchse im November 2024 fälschlicherweise bei der Wolfsregulierung.
Der Kanton wollte bereits in diesem Jahr zwei neue Luchse in Graubünden ansiedeln, legte die Pläne aber nach zwei parlamentarischen Vorstössen aus der Mitte und der SVP, die das verhindern wollten, vorerst auf Eis. Da eine Mehrheit des Bündner Grossen Rates sich in der Junisession aber für die Aussetzung aussprach, werden die Pläne nun weiterverfolgt.
Das kantonale Amt für Jagd und Fischerei ist nun in Kontakt mit dem Bundesamt für Umwelt und der Fachorganisation Kora, die bei diesem Prozess gemäss Maissen unterstützend mitwirkt.
Der ganze Prozess verzögert sich aufgrund der politischen Diskussionen gemäss Maissen nun um ein Jahr, da die Luchse nur im Winter eingefangen werden können.
Der Leiter der Abteilung Grossraubtiere des Amts für Jagd und Fischerei, Arno Puorger, erklärte dazu gegenüber Keystone-SDA: «Der Zeitpunkt ist so gewählt, dass allfällig vorhandene Jungtiere bereits ohne ihr Muttertier überleben würden und gleichzeitig noch keine hochträchtigen Luchsweibchen narkotisiert werden.» Der Fangzeitpunkt sei auf die bestmögliche Schonung der gefangenen Tiere und ihres Nachwuchses ausgelegt.