Jemens Regierung fordert internationale Hilfe gegen Huthi
Die international anerkannte Regierung des Jemens ruft die Weltgemeinschaft zu stärkerer Unterstützung im Kampf gegen die Huthi-Miliz auf. Der Jemen sei in der Lage, die von der Miliz ausgehende Bedrohung zu beenden und seine Häfen und Hoheitsgewässer zu schützen, sagte Abdullah al-Alimi von Jemens Präsidialrat, der die international anerkannte Regierung im Jemen anführt, bei der UN-Generaldebatte in New York.
(Keystone-SDA) Dafür müsse die internationale Gemeinschaft jedoch ihre Verantwortung wahrnehmen, den Zufluss von Waffen und Technologien an die Huthi stoppen und die Sicherheitskräfte sowie die Wirtschaft des Landes stärken. Der Jemen verlange nicht, dass andere seinen Kampf führten, sagte al-Alimi. Eine dauerhafte Sicherheit der wichtigen Schifffahrtswege im Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab sei ohne die Wiederherstellung staatlicher Kontrolle im Jemen nicht möglich.
Huthi regieren de-facto in Norden und Westen
Im Jemen ist der seit mehr als zehn Jahren laufende Bürgerkrieg seit einigen Wochen neu aufgeflammt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen nahmen dabei innerhalb kurzer Zeit grosse Gebiete an der Westküste zum Roten Meer und an der Meerenge Bab al-Mandab ein. Seitdem liefern sich Regierungstruppen und verbündete Milizen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, wieder schwere Gefechten in mehreren Landesteilen. Auch Saudi-Arabien gerät wieder unter Beschuss durch die Huthi.
Die international anerkannte Regierung im Jemen wird geführt von einem achtköpfigen Präsidialrat, al-Alimi ist dessen stellvertretender Vorsitzender. Der Rat gilt aber als gespalten und ineffektiv. Im Norden und Westen haben die Huthi eine eigene faktische Regierung errichtet. Mit Behörden etwa für Gesundheit und Bildung und eigenen Medien kontrollieren sie das öffentliche Leben und setzen ihre Ideologie gewaltsam und mit autoritären Mitteln um.