Kampagne im Berner ÖV gegen sexuelle Gewalt
Der Kanton Bern soll eine Kampagne gegen sexuelle Gewalt im öffentlichen Raum, namentlich in öffentlichen Verkehrsmitteln, lancieren. Der bernische Grosse Rat hat am Dienstag einer Forderung aus dem Jugendparlament zum Durchbruch verholfen.
(Keystone-SDA) Viele Personen fühlten sich unsicher, wenn sie sich zu Randzeiten und in der Dunkelheit zum Beispiel auf Bahnhöfen oder an Bushaltestellen aufhielten. Solche Gefühle hätten vielfältige Gründe, einer davon sei sexuelle Belästigung, sagte Mitte-Grossrat André Roggli, der die Forderung vertrat.
Jungen Menschen, die sich im Jugendparlament engagierten, sei es wichtig, dass die Bevölkerung zum Thema sexuelle Belästigung sensibilisiert werde. Dies könnte etwa mit einer Plakatkampagne sowie Werbeschaltungen auf Bildschirmen im ÖV und auf weiteren Werbeplattformen gemacht werden.
Die meisten Fraktionen stellten sich hinter das Anliegen aus dem kantonalen Jugendparlament. Sexuelle Belästigung und Gewalt sei nicht tolerierbar, hiess es quer durch die Parteien. Eine Kampagne könne zur Selbstreflexion anhalten und die Zivilcourage fördern.
Staatsschreiber Christoph Auer verwies auf einen ähnlichen Vorstoss, den der Grosse Rat überwiesen hatte. Die Forderung aus dem Jugendparlament könne in die laufenden Arbeiten zur Umsetzung einbezogen werden.
Das Parlament überwies die Richtlinienmotion klar mit 113 zu 31 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Bei Richtlinienmotionen hat die Regierung einen grossen Handlungsspielraum, wie sie die Forderung umsetzen will.