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Kantonsrat ebnet Weg für Verkehrsentflechtung am Stadelhofen

Keystone-SDA

Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag den Weg für die Verkehrsentflechtung beim Bahnhof Stadelhofen freigemacht und die entsprechende Richtplanänderung genehmigt. Damit kann die Falkenstrasse zur Velovorzugsroute werden, während die Autos über die Kreuzstrasse fahren sollen.

(Keystone-SDA) Daniel Rensch (GLP, Zürich) erinnerte zu Beginn der Grundsatzdebatte: «Der Richtplan ist ein rollendes Planungsinstrument, und nichts ist in Stein gemeisselt.»

Dennoch waren SVP und FDP der Ansicht, dass die vorgesehene Änderung des Richtplaneintrags im Raum Stadelhofen zu viele Fragen offen lasse, die vor einer Anpassung geklärt werden müssten. Ihr Antrag, diesen Teil der Revision an die vorberatende Kommission zurückzuweisen, scheiterte jedoch knapp mit 88 zu 87 Stimmen.

Nutzungskonflikte am Stadelhofen

Konkret ging es um die von der Stadt Zürich beantragte Verkehrsführung rund um den Bahnhof Stadelhofen. Die Verkehrssituation an der Falkenstrasse sei von Nutzungskonflikten geprägt, heisst es im Erläuterungsbericht zur Teilrevision des kantonalen Richtplans. Zudem werde der Fuss- und Veloverkehr im Umfeld des Bahnhofs Stadelhofen weiter zunehmen.

Um diesen Nutzungskonflikten zu begegnen, sieht der angepasste Richtplan auf Antrag der Stadt Zürich vor, die Verkehrsströme im vorderen Seefeld zu entflechten.

Dabei soll der motorisierte Durchgangsverkehr zwischen Utoquai und Kreuzplatz künftig in beiden Richtungen durch die Kreuzstrasse fahren. Auf der Achse Falkenstrasse–Kreuzbühlstrasse ist eine Velovorzugsroute vorgesehen.

«Verfrühte Abklassierung»

Ulrich Pfister (SVP, Egg) kritisierte eine «verfrühte Abklassierung». Die Auswirkungen der Verkehrsführung würden nur ungenügend aufgezeigt, insbesondere fehle eine nachvollziehbare Darlegung der Auswirkungen auf die Verkehrsströme.

Leider tue sich die Stadt Zürich «oft schwer» mit vernetztem Denken, welches Verkehrsplanung erfordere, sagte Marc Bourgeois (FDP, Zürich). Er verwies auf den Konflikt am Neumühlequai. Es sei unbestritten, dass die Situation, so wie sie heute am Stadelhofen sei, unbefriedigend sei und Handlungsbedarf bestehe. «Aber so wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet», sagte Bourgeois.

Felix Hoesch (SP, Zürich) sagte, der Rückstau an der Falkenstrasse sei «gewaltig». Es sei wichtig, dass etwas passiere. Daniel Rensch (GLP, Zürich) sprach auch von einem «Verkehrschaos». «Wir müssen der Stadt die Möglichkeit geben, dort etwas zu ändern.»

Der Kantonsrat winkte die Teilrevision des Richtplans schliesslich einstimmig durch.

Verlängerung der Glattalstrasse gestrichen

Die Teilrevision beinhaltete weiter im Kapitel Strassenverkehr auch die Streichung der Verlängerung der Glattalstrasse. Diese verfehle die erhoffte Verkehrsentlastung und würde stattdessen den geschützten Gewässerraum des Katzenbachs durch eine neue Lärmquelle erheblich beeinträchtigen. Stattdessen soll die bestehende Stelzenstrasse ausgebaut werden.

Die SVP wollte auf diese Änderung verzichten, um den «notwendigen raumplanerischen Spielraum zu erhalten», wie Ueli Pfister (SVP, Egg) sagte. Die SP beantragte, die Stelzenstrasse nicht auszubauen. Beide Anträge fanden im Rat aber keine Mehrheit.

Güterverkehr neu aufgerollt

Im Bereich öffentlicher Verkehr wird mit der Teilrevision des Richtplans als Umsetzung einer Motion das Ziel verankert, die Anbindung an europäische Metropolen zu verbessern – etwa durch direkte Tagesverbindungen und Nachtzüge.

Und schliesslich wurde das Kapitel Güterverkehr komplett neu aufgerollt. Hintergrund ist das erwartete Bevölkerungswachstum von rund 29 Prozent bis 2050, wovon 80 Prozent in urbanen Räumen stattfinden dürfte. Dies führe zu starkem Druck auf Logistikflächen, hiess es.

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