Schmelzende Gletscher setzen Umweltgifte frei
Umweltgifte, die über Jahrzehnte im Eis eingeschlossen waren und deren Anwendung schon längst verboten ist, werden durch das Auftauen der Gletscher freigesetzt. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Zürich in einer Studie.
«Diese Stoffe kommen nun in anderen Materialien vor, die wir untersucht haben», sagte Peter Schmid, Chemiker am Materialforschungsinstitut Empa, am Mittwoch. Das Empa (früher «Eidgenössische Materialprüfungsanstalt») ist der ETH angeschlossenen. Freigesetzt würden von den Gletschern etwa sogenannte POPs («Persistent Organic Pollutants»).
Das sind schwer abbaubare organische Umweltgifte wie das Insektizid DDT und Dioxine, die zum Beispiel als Weichmacher oder Pestizide verwendet wurden. Darunter sind Stoffe, die seit Jahren verboten sind und die besser weiter unter Verschluss blieben.
Viele POPs etwa wirken wie Hormone, sind krebserregend und stehen im Verdacht, die körperliche Entwicklung von Mensch und Tier zu beeinflussen. Oft sind die Substanzen ausgesprochen langlebig und können über die Atmosphäre über große Distanzen transportiert werden.
Ziehen sich die Gletscher aufgrund des Klimawandels weiter zurück, gelangen viele Substanzen in die Umgebung, die über Jahrzehnte oder Jahrhunderte in den Eismassen ruhten, befürchten die Forscher.
swissinfo.ch und Agenturen
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