CD-ROM für fremdsprachige Kinder
Es gibt sie noch, die SJW-Hefte. Und sie gehen mit der Zeit. Zum 70. Geburtstag hat das Schweizerische Jugendschriftenwerk eine mehrsprachige CD-ROM entworfen. Ihr Ziel: Die bessere Integration ausländischer Kinder in der Schulklasse.
Das Pilotprojekt, das «simultanes Lesen und Verstehen» in der Schule fördern soll, wurde am Dienstag in Zürich den Medien vorgestellt. Drei Hefte aus dem bestehenden SJW-Programm wurden dazu in sieben Sprachen (Serbisch, Kroatisch, Albanisch, Türkisch, Tamil, Portugiesisch und Französisch oder Deutsch) übersetzt.
Texte und Bilder können am Bildschirm gezeigt oder ausgedruckt werden. Zudem enthält die CD-ROM Lese-Übungen. Die Fragen dazu wurden ebenfalls in die verschiedenen Migrations-Sprachen übersetzt. Für nächstes Jahr ist geplant, auch gesprochene Texte aufzunehmen, damit die Schülerinnen und Schüler ihr akustisches Sprachgefühl verbessern können.
Herausforderung interkultureller Unterricht
Zuerst sollen aber mit der jetzigen CD-ROM Erfahrungen in der Schule gemacht werden. Einfach ist der interkulturelle Unterricht nicht, wie Primarlehrerin Ursula Hänggi aus Schaffhausen sagte. So kennen ausländische Kinder je nach Herkunft und Sozialisation auch ihre Erstsprache nicht immer perfekt. Zudem sei interkultureller Unterricht auf vielerlei Unterstützung wie jene der Eltern oder weiterer didaktischer Unterrichts-Materialien angewiesen.
Das SJW will gemäss Präsident Robert Gubler auch künftig Nischen in der Leseförderung suchen und ausfüllen, welche die kantonalen Lehrmittelverlage nicht abdecken können oder wollen und für private Verlage wirtschaftlich zu wenig interessant sind. In seinem 70jährigen Bestehen hat das SJW über 47 Millionen Hefte abgesetzt, darunter auch so erfolgreiche wie «Die fünf Batzen» oder «Die Pfahlbauer am Moossee».
Dank Beiträgen von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie sowie der Zuwendung privater Organisationen, kann das SJW Publikationen herausgeben, die nicht primär den Profit zum Ziel haben. Zudem finden die Hefte schnellen Eingang in die Schulen, weil die über 200 Vertriebsleiterinnen und -leiter meist aus der Lehrerschaft rekrutiert werden und nach Schulbezirken aufgeteilt sind.
swissinfo und Agenturen
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