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Europäischer Tag des Denkmals: Hereinspaziert

Wenn sich die Türen öffnen, öffnen sich fremde Welten - zum Beispiel auf dem Landsitz Lohn. www.hereinspaziert.ch

Wohnen im Baudenkmal, so heisst das Schweizer Motto zum diesjährigen Europäischen Tag des Denkmals. Private Wohnräume werden geöffnet und bieten Einblick in die Welten hinter den Türen.

Einmal hinter die Fassade schauen. Wissen, wofür das viele Geld aufgegeben wird. Eintauchen in die eigene Geschichte. Fragen stellen und professionelle Antworten erhalten. Dies alles ermöglicht der Europäische Tag des Denkmals. Mit zunehmender Beliebtheit wie die neusten Zahlen belegen.

Im Jahre 2000 waren europaweit 47 Länder beteiligt. Über 32’000 Baudenkmäler und Ensembles konnten besichtigt werden, was rund 20 Millionen Menschen auch taten. Schweizweit machten über 50’000 Besucherinnen und Besucher bei insgesamt 200 Objekten halt. Eindrückliche Zahlen, bei einer Veranstaltung, die nicht über einen millionenschweren Werbeetat verfügt und deren Anliegen nicht immer einfach zu vermitteln sind.

Neugier wecken

«Wir möchten mit diesen beiden Tagen, die Neugier wecken», sagt Hannes Scheidegger von NIKE, der Nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung. «Wir möchten die Leute für die Anliegen der Denkmalpflege sensibilisieren, zeigen, was sie vermag, die Resultate oft jahrelanger Arbeit sichtbar machen.»

Angefangen hatte die Erfolgsgeschichte 1984 in Frankreich. Die als «Journée Portes Ouvertes Monuments historiques» lancierte Aktion findet mittlerweile in fast allen europäischen Ländern statt. Und seit 1991 steht der Denkmal-Tag unter dem Patronat des Europarates und der Europäischen Union. In der Schweiz ist NIKE, die Nationale Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung die Drehscheibe für eidgenössische, kantonale und städtische Ämter und Dienststelle für Denkmalpflege und Archäologie.

Die Themenauswahl bestimmen jeweils die Länder in eigener Regie. Die Schweiz, seit 1994 am Denkmaltag beteiligt, zeigte schon: «Rathäuser», «Schlösser, Burgen und historische Landsitze», «Wie Geistliche leben» und einige interessante Kampagnen mehr. Auch zum diesjährigen Motto: «Wohnen im Baudenkmal» dürften sich zahlreiche Interessierte einfinden.

Breites Spektrum

Das Spektrum der zu besichtigenden Objekte ist breit gespannt. So können in Zürich zu «Neues Bauen – Befreites Wohnen» Häuser aus den 30er Jahren besichtigt werden. Genf, interpretiert das Motto in seiner ganzen Breite, und lässt das Publikum auf der letzten Genfersee-Barke (erbaut 1904) an Bord gehen. In Bern öffnet das eindrucksvolle Beatrice von Wattenwyl-Haus, welches heute der staatlichen Repräsentation dient seine schweren Holztüren.

Von der Burg bis zum Strohdachhaus, vom Wohnhaus samt Trinkstube bis zur Villa: Es darf in diesen zwei Tagen anschauliche Schweizer Geschichte, Schweizer Erbe erfahren werden. Räume und Gebäude, die oftmals vor Zerfall und Zerstörung, Abriss oder Umnutzung gerettet wurden und nun mit ihren wechselvollen Geschichten in der Gegenwart stehen.

Brigitta Javurek

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