FIFA -Blatter befürchtet Millionenverluste
Der Konkurs des Schweizer Marketing-Unternehmens ISMM-ISL könnte den Internationalen Fussball-Verband (FIFA) "im schlimmsten Fall" mehr als 100 Mio. Schweizer Franken kosten. Dies sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter in einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick". Bisher hatte Blatter lediglich von einem Verlust in Höhe von 30 bis 40 Millionen gesprochen.
Die FIFA hatte die aussereuropäischen TV-Rechte für die Fussball-WM 2002 und 2006 für 1,4 Mrd. Franken und die Marketing-Rechte für 800 Mio. Franken an ISL verkauft.
Mit der am vergangenen Montag vom Konkursgericht des Kantons Zug beschlossenen Liquidation der Firma sind diese Rechte nach Angaben der FIFA wieder zurück an den Weltverband gefallen. Auf die Fernseh-Weltrechte hat die deutsche Kirch-Gruppe eine Option. Das Marketing will die FIFA über ein eigenes Unternehmen selbst betreiben.
Schwarze Kassen
Bei einem Treffen mit 13 Sponsoren hat Blatter am Dienstag (22.05.) versichert, dass deren bereits erworbenen Rechte unangetastet bleiben. In dem Interview mit dem «Blick» kündigte der FIFA-Präsident an, «die gesamte Fussball-Abteilung» der in Konkurs gegangenen ISMM-Gruppe für die eigene Agentur übernehmen zu wollen. «Chef wird der von der ISL gefeuerte Patrick Magyar», sagte Blatter.
Blatter äusserte die Befürchtung, dass es «schwarze ISL-Kassen» gebe, «in denen Gelder unserer WM-Sponsoren verschwunden sind. Gebraucht, um Löcher zu stopfen, die sich die Firma in anderen Geschäftszweigen wie dem Tennis eingehandelt hat».
Entschieden wandte sich der FIFA-Präsident gegen Zeitungs-Veröffentlichungen in der Schweiz und in Deutschland, die ihn in Zusammenhang mit Korruption gebracht hatten.
Die «Süddeutsche Zeitung» und die «Berliner Zeitung» hatten berichtet, dass die Sportvermarkter-Gruppe in Liechtenstein eine Stiftung in Höhe von 60 Mio. Franken unterhalten habe, mit deren Hilfe Funktionäre des Weltsports bestochen worden seien. Die Zürcher «Weltwoche» hatte ISL-Manager mit der Aussage zitiert: «Wenn die ISL untergeht, dann stürzt auch Blatter.»
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch