Helikopter-Streichquartett über Bern
Im September 2003 soll "Mittwoch aus Licht" von Karlheinz Stockhausen erstmals szenisch integral gezeigt werden. Mit einem Budget von 2,5 Mio. Franken soll eines der grössten Opernwerke in und vor der grossen Reithalle der Kavallerie-Stallungen der Schweizer Armee in Bern über die Bühne gehen.
Die Oper besteht aus sechs Teilen. Spektakulärstes Element ist der erste Teil, das Helikopter-Streichquartett für vier Helikopter und vier Streicher, die in den über dem Gelände kreisenden Helis sitzen. Die Geigen- und Celloklänge werden mit dem Geräusch der Rotoren live gemischt.
Inszeniert wird die aufwändige Oper von Uwe Wand, dem Chefregisseur der Oper Leipzig. Für die Ausstattung zeichnet der Holländer Johannes Conen verantwortlich. Die Klangregie liegt in den Händen von Stockhausen selber. Thema der Oper ist die Liebe, die Zusammenarbeit und die kosmische Solidarität.
Die Oper «Mittwoch aus Licht» bildet die Eröffnung der zweiten «Biennale Bern», die schwerpunktmässig Stockhausens Werk gewidmet sein wird. Produziert wird die Oper in Stuttgart, von wo die Chöre kommen. Geplant sind in Bern fünf Vorstellungen, die jeweils um 17.00 Uhr beginnen.
Grösstes Opernwerk der Musikgeschichte
«Mittwoch aus Licht» ist der sechste Teil des Stockhausen-Zyklus «Licht». Der 73-jährige deutsche Komponist arbeitet seit 1977 an seinem Lebenswerk, das als grösstes Opernwerk der Musikgeschichte noch Richard Wagners «Ring» übertreffen soll. Die ersten fünf Teile – Donnerstag, Samstag, Montag, Dienstag und Freitag – sind seit 1981 an der Scala in Mailand, am Covent Garden in London und an der Oper Leipzig uraufgeführt worden. Der letzte Teil, der Sonntag, soll 2005 an einem noch zu bestimmenden Ort folgen.
Stockhausen gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten und Pionier der elektronischen Musik. Seine Klangwelten bestehen aus menschlichen Stimmen, Geräuschen und Synthesizertönen. Der experimentierfreudige Komponist schuf bisher über 200 Werke und spielte mehr als 100 Schallplatten ein.
swissinfo und Agenturen
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