Hingis nach 46 Minuten weiter
Im Australian Open steht Martina Hingis nach einem souveränen 6:1, 6:0 gegen ihre deutsche Gegnerin Barbara Rittner in der vierten Runde.
Würden die Veranstalter für das Preisgeld von Martina Hingis die Präsenzzeit auf dem Platz als Kriterium heranziehen, hätte sie sich bis dato mit einer geringen Summe zufrieden geben müssen: Für ihre bisherigen drei Siege hat die 21-Jährige lediglich 2 Stunden und 44 Minuten aufgewendet.
Beim Australian Open dürfen sich die Frauen glücklich schätzen, gleich entlöhnt zu werden wie die Männer. Allerdings klaffen gerade bei Grand-Slam-Turnieren mit drei beziehungsweise zwei Gewinnsätzen die «Arbeitszeiten» in den beiden Single-Draws logischerweise am meisten auseinander.
Nach einer Partie wie Hingis – Rittner würden Verfechter einer pekuniären Gleichstellung in zusätzliche Argumentationsnot geraten. Für ihre Überlegenheit, mit der sie bislang durch das Turnier gerauscht ist, kann die Schweizerin freilich nichts. Die Spitze im Frauen-Tennis ist in den letzten zwei, drei Jahren wohl breiter geworden, doch hinter den Allerbesten ist die Lücke nach wie vor zu gross, als dass die ersten Runden in einem Major-Turnier umkämpftere Begegnungen garantieren würden.
«Bin auf dem richtigen Weg»
Dazu kommt, dass sich Martina Hingis seit ihrem Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause einer ausgezeichneten Frühform erfreut. «Ich bin auf dem richtigen Weg. Der Turniersieg in Sydney hat mir zusätzliches Selbstvertrauen gegeben».
Nach der einseitigen Angelegenheit gegen Barbara Rittner, in der Martina Hingis im zweiten Abschnitt kein einziger selbst verschuldeter Fehler unterlief, wartet nun Amanda Coetzer auf die Schweizerin. Gegen die kleine Kämpferin mit den schnellen Beinen hat sie sieben der neun bisherigen Partien gewonnen.
swissinfo und David Bernold, Melbourne (sda)
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