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Migros soll dynamischer und fitter werden

Der neue Migros-Chef ist für strukturelle Anpassungen, nicht aber für radikale Umwälzungen. Keystone

Der neue Migros-Chef Anton Scherrer verschreibt dem Grossverteiler eine Fitnesskur. Der Konzern müsse dynamischer werden. Besonders am Herzen liegt Scherrer, dass junge Nachwuchs- Manager in Führungspositionen nachrücken.

Laut Scherrer hat die Migros bereits im Jubiläumsjahr 2000 wieder Tritt gefasst. In der «Samstagsrundschau» von Radio DRS sagte der neue Migros-Chef, das erste Halbjahr 2001 habe mit einem Umsatzplus von 5 Prozent nahtlos daran angeknüpft.

Von der grössten Krise des Migros-Konzerns in den letzten Jahrzehnten könne keine Rede sein, sagte Scherrer weiter. Er widersprach damit früheren Aussagen von Pierre Arnold, Präsident der Gottlieb- und Adele-Duttweiler-Stiftung auf Lebenszeit.

In voller Fahrt

«Der Flottenverband ist in voller Fahrt», sagte Scherrer weiter. Die Nebengeräusche vor seiner Wahl zum neuen Migros-Chef seien nicht entscheidend. Wichtig sei, dass nun die Würfel gefallen seien und die ganze Migros-Crew am gleichen Strick ziehe.

Zahlreiche wichtige Projekte habe er selbst in den letzten drei Jahren aufgegleist, so die zentrale Warenbewirtschaftung und die Zentralisierung der Informatik. Das erleichtere ihm die Arbeit, sagte Scherrer, der seit zehn Jahren für die Migros tätig ist.

Kein Übergangskandidat

Als Notlösung sieht sich der 59-Jährige nicht, nicht, der Mitte 2004 wegen der Alter-Guillotine von 62 Jahren bei der Migros wieder abtreten muss. «Ich bin noch in Form. Ich habe das Gefühl, dass ich noch Bäume ausreissen kann», sagte Scherrer in einem Interview mit der SonntagsZeitung.

Eine zentrale Frage sei für ihn der Aufbau von Nachwuchskräften. Die Migros verfüge über ausgezeichnete junge Manager, die einfach noch zu wenig Erfahrung hätten. In zwei bis drei Jahren dürfte eine Auswahl bereit stehen, um die oberste Führungsstufe zu erklimmen.

Kein Kulturschock

Einen Kulturschock bei der Migros werde es unter seiner Führung nicht geben. Umwälzende Veränderungen stünden nicht an. Die Migros- Kultur habe sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt. Das schliesse nötige strukturelle Anpassungen nicht aus.

Scherrer war am letzten Donnerstag von der gut zwei Dutzend Mitglieder umfassenden Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes in einer Kampfwahl mit deutlichem Mehr zum Nachfolger von Peter Everts an die Migros-Spitze gewählt worden. Er tritt sein Amt am Montag an.

swissinfo und Agenturen

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