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Schweizer Buchproduktion: Immer mehr Neuerscheinungen bei sinkenden Auflagen

Die Buchproduktion in der Schweiz steigt weiterhin. 1999 wurden 13'700 Titel veröffentlicht, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Dies, obwohl die befürchtete Flut an Millenniums-Büchern ausblieb.

Die Buchproduktion in der Schweiz steigt weiterhin. 1999 wurden 13’700 Titel veröffentlicht, fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Dies, obwohl die befürchtete Flut an Millenniums-Büchern ausblieb.

Der Blick auf die Statistiken der letzten 50 Jahre zeigt, dass die Schweiz keineswegs ein Einzelfall ist. In den meisten europäischen Ländern zeigen die Zahlen der Neuerscheinungen einen konstanten Aufwärtstrend, während die Auflagen ebenso regelmässig sinken.

Eine weitere Konstante: Seit Jahren beherrschen drei Genres die Schweizer Verlagsaktivitäten, nämlich Partituren, Romane und juristische Texte; zusammen machen sie einen Drittel der Gesamtproduktion aus.

Die Verleger haben das Trendthema «Jahrtausendwende» nicht ausgebeutet. Apokalyptische Bücher und Werke über das Millennium seien nicht besonders viele erschienen, sagt Philippe Girard von der Schweizer Landesbibliothek SLB, welche die Verlagsproduktion statistisch erfasst.

Stattdessen ist beispielsweise die Zahl an Neuerscheinungen im Bereich der Jugendliteratur signifikant gestiegen: um 40 Prozent auf 839 Titel. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass sich einige Verleger neue Absatzmärkte im Ausland erschliessen konnten.

Mehr Amerikanisches

Konjunktur haben ausserdem Werke aus anderen Kulturen. 1999 erschienen 1652 Übersetzungen, 35 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Als Spiegel helvetischer Realität machten Übertragungen ins Deutsche zwei Drittel aus.

Jedes zweite übersetzte Buch stammt aus dem Englischen. «abei ist es vor allem die amerikanische Literatur, die seit einigen Jahren Terrain gut macht» bemerkt Girard von der SLB.

Ein weiterer Trend: Bücher über Religion und Politik haben um 20 Prozent zugelegt. Dies resultierte daraus, dass mehr Dissertationen erschienen sind.

Zu den 13 700 Buchtiteln ist noch die «graue Literatur» hinzuzuzählen, das heisst Vereinspublikationen und Ausstellungskataloge. In dieser Sparte sind 7’500 Werke erschienen, fünf Prozent mehr als 1998. Die gleichmässige Zunahme bei traditioneller und «grauer» Literatur ist darauf zurückzuführen, dass neue Technologien die Buchproduktion vereinfachen und verbilligen. Als Folge davon sind beispielsweise Doktorarbeiten immer häufiger Gegenstand von Verlagspublikationen.

SRI und Agenturen

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