Im Landdienst, 1946
"Mit 19 musste ich in den während des Zweiten Weltkriegs als Obligatorium für Teenager eingeführten Landdienst. Auf einem Bauernhof in der Nähe von Kemptthal half ich drei Wochen mit. Glücklicherweise tolerierte der Bauer meine mitgebrachte Kamera."
René Groebli
Im Landdienst, 1946
René Groebli
Im Landdienst, 1946
René Groebli
Zürich, 1947-1952
"In meiner Heimatstadt arbeitete ich für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, und erste kleine Werbeaufträge wurden an mich herangetragen. Viele Aufnahmen entstanden im Nachtleben: Bühnen, Clubs und Manegen übten auf mich eine grosse Faszination aus."
René Groebli
Zürich, 1947-1952
René Groebli
Zürich, 1947-1952, Trester Club
René Groebli
Early Work, 1945-1950
"Als 18-jähriger fing ich an, mit der Rolleiflex meines Vaters zu experimentieren. Dies löste meine Leidenschaft für die Fotografie aus. Während der Zeit an der Kunstgewerbeschule reizten mich die Möglichkeiten, Bewegungsabläufe auf statischen Einzelbildern festzuhalten. Die Resultate, die mich mich faszinierten, stiessen bei den Lehrern allerdings auf heftige Ablehnung."
René Groebli
Das Auge der Liebe, 1952
"Entstanden während unserer verspäteten Hochzeitsreise nach Paris, waren die Aufnahmen als persönliche Souvenirbilder gedacht. 1954 entstand daraus ein künstlerisches Essay, das unter dem Titel 'Das Auge der Liebe' publiziert wurde."
René Groebli
Paris, 1948
"Meine erste Auslandreise führte mich mit dem Nachtzug von Zürich nach Paris. Mit der Rolleiflex in der Hand entdeckte ich die Grossstadt."
René Groebli
London, 1949
"Wenige Tage vor Weihnachten kam ich im nebligen, ausgebombten London in der Victoria Station an. Während zwei Wochen wanderte ich mit der Kamera ziellos herum."
René Groebli
Crystal Palace Park London, 1951
"In London entdeckte ich den verlassenen Crystal Palace Park, der während des Krieges vom Militär benutzt worden war. Die überwachsenen Statuen brachten mich auf die Idee, sie vom üppigen Gewächs zu befreien."
René Groebli
Rail Magic, 1949
"Meine erste, grosse Arbeit führte mich nach Frankreich neben die Geleise, in Bahnhöfe und auf eine Dampflokomotive, Daraus entstand die kleine, gedruckte Fotomappe Magie der Schiene."
René Groebli
Rail Magic, 1949
René Groebli
René Groebli ist das fehlende Bindeglied der Schweizer Fotogeschichte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er vereint das Romantische in der Fotografie mit dem Visionären des Technikers, des Modernisten. Seine Bilder waren der Zeit nicht nur auf der Spur, sondern sie legten diese Spur nachgerade selber. Nur die grössten Visionäre in Amerika und Deutschland verstanden diese neuen Zeichen, und sie formulierten mit Groeblis künstlerischen Statements ein Alphabet für die Zukunft des Mediums.
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René Groebli
René Groebli, geboren 1927 in Zürich, hat sich an der Kunstgewerbeschule Zürich Hans Finslers Regime der sachlichen Schule nur ein halbes Jahr lang ausgesetzt. Anschliessend verbringt er eine Lehrzeit als Dokumentarfilm-Kameramann. Groebli will das Wesen von Bewegung und die verführerische Energie, die im Neuen liegt, verstehen. Er besucht London und Paris, wo er sein grosses Projekt «Magie der Schiene» beginnt. Seine Arbeit «Das Auge der Liebe» ist ein Gedicht an seine junge Frau und erzählt eine Frankreichreise in der Stimmung und der Filmsprache des französischen poetischen Realismus. Zwei Jahre lang arbeitet er als erfolgreicher Kriegsreporter.
Den Fotojournalismus gibt er nach kurzer Zeit auf und gründet Mitte der 1950er-Jahre ein eigenes Fotostudio für Werbe- und Industriefotografie. Groebli spezialisiert sich auf die Farbfotografie und experimentiert mit dem Dye-Transfer-VerfahrenExterner Link. Ein US-amerikanisches Magazin ehrt ihn 1957 als «Master of Color».
(Text: Daniele Muscionico, aus dem Vorwort des Bildbandes Early Work, 1945-1955, Zürich: Sturm & Drang Verlag, 2015)
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