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Vertrauen der Schweizer Bevölkerung in die Behörden markant angestiegen

In der Schweiz ist das Vertrauen in die staatlichen Institutionen markant gestiegen. Dies ergab eine Umfrage des GfS-Forschungsinstituts im Auftrag der Credit Suisse. Arbeitslosigkeit und Flüchtlingswesen bleiben die häufigst genannten Probleme.

Das Vertrauen in den Bundesrat und die staatlichen Institutionen ist 1999 laut einer Umfrage der Credit Suisse markant gestiegen. Die Arbeitslosigkeit und das Flüchtlingswesen blieben die grössten Sorgen der Schweizerinnen und Schweizer, wie dem am Freitag (18.02.) veröffentlichten «Sorgenbarometer» zu entnehmen ist.

Die repräsentative Umfrage des GfS-Forschungsinstituts bei 1’010 Personen in drei Sprachregionen zeigt, dass der Bundesrat wieder mehr Vertrauen geniesst. Er verzeichnete einen starken Zuwachs um 16 Punkte auf 55 Prozent in der Gunst der Befragten. Fast so markant nahm das Vertrauen in die Polizei zu, und zwar um 13 Punkte auf 64 Prozent.

Auch das Bundesgericht und die Verwaltung können laut der Umfrage wieder auf deutlich mehr Vertrauen in der Bevölkerung zählen; hier stieg der Zuspruch um je zwölf Punkte auf 63 beziehungsweise 42 Prozent. Die Ergebnisse legen laut Mitteilung der Grossbank den Schluss nahe, dass sie auf bessere Kommunikation zurückzuführen sind.

Die Schweizerinnen und Schweizer bezeichnen die Arbeitslosigkeit nach wie vor als ihre grösste Sorge. Das Thema schwinge aber nicht mehr mit deutlichem Abstand obenaus, schreibt die Credit Suisse. Rund 57 Prozent der Befragten stuften die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr als grösste Sorge ein, im Vorjahr waren es noch 74 Prozent gewesen.

Das Flüchtlingswesen war für 56 Prozent der Befragten das zweite grosse Thema. Markant sei nicht nur die häufigere Nennung im Vergleich zum Vorjahr (plus neun Prozentpunkte), sondern die zunehmende Sorge seit 1995 (plus 25 Prozent). Die Geschehnisse im ehemaligen Jugoslawien zeigten hier Wirkung.

Als weitere Sorgen wurden ähnlich häufig wie in den letzten Jahren das Gesundheitswesen (48 Prozent), die Zukunft der AHV (45 Prozent) sowie das Verhältnis zu Europa (43 Prozent) genannt.

Deutlich an Bedeutung gewann im jüngsten Sorgenbarometer das Thema Steuern/Finanzen mit einem Zuwachs von neun Punkten auf 26 Prozent. Dennoch sagten mit 65 Prozent der Befragten so viele wie seit Jahren nicht mehr, dass es ihnen im Moment finanziell gut oder sehr gut gehe.

Unterschiede zwischen Kantonen und Sprachregionen

Das Sorgenbarometer zeigt erstmals Unterschiede zwischen den Kantonen und den Sprachregionen auf. Während in Luzern und Genf die Arbeitlosigkeit am häufigsten als Problem genannt wurde, ergaben sich in den Kantonen Zürich, Schwyz und St. Gallen unterdurchschnittliche Werte. Beim Flüchtlingswesen fiel der Kanton Aargau mit den meisten Nennungen auf, gefolgt von Luzern und Tessin. Weniger wichtig wurde diese Thematik in den urbanen Kantonen Genf und Zürich eingestuft.

In der Romandie rangierten sozialpolitische Themen auffallend höher als in der Deutschschweiz. Die Sorge um die AHV stand in der Westschweiz auf Platz zwei, in der Deutschschweiz auf Rang fünf. Weniger Sorgen als in der übrigen Schweiz bereitete den Befragten in der Romandie die Flüchtlingsfrage, die erst an fünfter Stelle genannt wurde. In der italienischsprachigen Schweiz fiel vor allem die grössere Bedeutung der Drogenfrage (Rang 5) auf.

SRI und Agenturen

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