«You look good in blue»
Als erstes Schweizer Museum zeigt das Kunstmuseum St. Gallen 50 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des US-Künstlers David Reed (55). "You look good in blue": Der Titel ist einem Song der Popgruppe "Blondie" von 1976 entliehen.
«Ich hatte immer den Ehrgeiz ein Schlafzimmer-Maler zu sein», sagt David Reed. «Ich hatte immer den Ehrgeiz einen Schlafzimmer-Maler auszustellen», sagt der Kurator des Kunstmuseums St. Gallen, Konrad Bitterli.
Zwei Schlafzimmer
Zwei Schlafzimmer stehen im Zentrum der Ausstellung: Mit den Installationen zu Alfred Hitchcocks Filmklassiker «Vertigo» – «Judy’s Bedroom» (1992) und «Scottie’s Bedroom» (1994) durchbricht Reed die Grenzen der Malerei in einem doppelten Doppelgänger-Spiel.
Er fügt seine Bilder in Hitchcocks erotisch aufgeladene Schlafzimmer-Frequenzen ein und reflektiert damit nicht nur das Tafelbild aus der Perspektive der neuen Medien, sondern hinterfragt auch den klassischen Ort der Präsentation bildender Kunst im Museum.
Rosa Brille
Vollends für Irritation sorgt Reed mit Folien, die die ganze Szenerie von Judys Schlafzimmer in Türkis tauchen, so dass die benachbarten Räume für das Auge mit rosa Licht überflutet scheinen.
In den 70-er Jahren malte Reed Bilder nass in nass, indem er die Farbe mit dem Pinsel auf die eben frisch grundierte Leinwand auftrug. Transparenz und Gestik sind geblieben, allerdings sehr ausgefeilt: Mit Grundierungen und transparenten Übermalungen schafft Reed barockes Licht, das die Renaissance-Faltenwürfe in opulentem Rot beleuchtet.
Cinemascope in Technicolor
Schicht um Schicht baut Reed seine Bilder in einem äusserst komplizierten Verfahren auf, unterteilt sie in Farbfelder: Extreme Querformate – Cinemascope -und Technicolor-Farben werden mit magischem Licht übertüncht und so perfekt abgetönt, dass sie wie Fotos wirken.
Zentral geblieben sind das Fliessende der Farben und die Pinselstruktur, auch wenn sie in Fragmenten von Faltenwürfen erstarrt. «Rubens is my favorit», sagt er: Mit seinem Licht, der Transparenz und technischer Vollendung eifert er dem grossen Flamen nach.
swissinfo und Agenturen
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