Luzern weitet Öffnungszeiten für Hofläden und unbediente Läden aus
Die Luzerner Stimmbevölkerung hat am Abstimmungssonntag Ja gesagt zu längeren Öffnungszeiten für unbediente Läden und Hofläden. Dafür wurde das Ladenöffnungsgesetz entsprechend angepasst. Bei der Fangewalt sprach sich das Stimmvolk für den milderen Gegenvorschlag aus.
(Keystone-SDA) Konkret betrifft die Änderung unbediente Läden und Hofläden mit bis zu dreissig Quadratmetern Verkaufsfläche. Auch Geschäfte bei Elektroladestationen können künftig von längeren Öffnungszeiten profitieren, wie dies bereits für Tankstellenshops möglich ist. Gastrobetriebe erhalten an Feiertagen flexiblere Öffnungszeiten.
Der Ja-Stimmenanteil betrug 55,2 Prozent. Gegen die Vorlage hatten Detaillisten, SVP und Gewerkschaften das Referendum ergriffen. Die Vorlage war im Vorfeld kontrovers diskutiert worden.
Weiter hiessen die Stimmberechtigten sowohl die Initiative «Gegen Fan-Gewalt» als auch den milderen Gegenvorschlag gut. Im Stichentscheid setzte sich der Gegenvorschlag der Regierung durch.
Keine ID-Kontrollen vor Stadioneingang
Die Initiative wurde mit einem Ja-Stimmenanteil von 52,8 Prozent und der Gegenvorschlag mit 74,8 Prozent angenommen. In der Stichfrage setzte sich der Gegenentwurf mit 58,8 Prozent durch. Er nimmt den FC Luzern stärker in die Pflicht, etwa bei Prävention, Dialog und Videoüberwachung, bei Fan-Märschen und beim Stadioneingang. Die Initiative verlangte unter anderem ID-Kontrollen beim Eingang zum Stadion.
Weiter hiessen die Stimmberechtigten einen Ausbau der Standortförderung mit 65,1 Prozent gut. Damit sollen jährlich rund 250 Millionen Franken der vorgesehenen Einnahmen aus der OECD-Steuer für Luzerner Unternehmen und die Bevölkerung eingesetzt werden.
Auch die vierte Vorlage wurde angenommen. Der Kanton kann die 1970 gebaute Kantonsschule im Luzerner Stadtteil Reussbühl für 86,5 Millionen Franken erweitern. Geplant sind ein Neubau, ein Mehrzweckraum, eine Dreifachsporthalle und grössere Aufenthaltsbereiche.