Luzerner Kantonsrat will keine «Doppelbesetzung» im Kindergarten
Der Luzerner Kantonsrat will keine zusätzliche Lehrperson für die Kindergartenklassen prüfen lassen. Eine von der SP geforderte "Doppelbesetzung" hat der Rat am Dienstag abgelehnt.
(Keystone-SDA) Mit 57 zu 52 erklärte der Kantonsrat das Postulat von Urban Sager teilweise erheblich, was jedoch keine zusätzlichen Massnahmen zur Folge hat.
Der Vorstoss hatte verlangt, Klassenlehrpersonen im Kindergarten während der ganzen Woche eine Assistenz oder eine Förderlehrperson zur Seite zu stellen. Eine solche «Doppelbesetzung» sei derzeit an Luzerner Schulen nur in gewissen Fällen möglich. Damit liessen sich Kinder aber grundsätzlich besser individuell fördern und unterstützen.
Claudia Senn-Marty (GLP) nannte das Anliegen «berechtigt», aber «zu pauschal». Zudem sei es sehr kostenintensiv, zusätzliches Personal einzusetzen.
Bildungsdirektor Armin Hartman (SVP) sagte, die Massnahme würde Kosten in Millionenhöhe verursachen. In ihrer schriftlichen Stellungnahme schrieb die Regierung von bis zu 42 Millionen Franken, welche sich Kanton und Gemeinden hälftig teilen würden. Diese Mittel würden dem Kanton jedoch derzeit nicht zur Verfügung stehen, so Hartmann.
Regierung will zuerst Massnahmen evaluieren
Das Argument von Eva Lichtsteiner (Grüne), mit dieser Investition in die Betreuung der jüngsten Schulkinder liesse sich später in der Schullaufbahn Kosten sparen, verfing im Rat nicht.
Gerda Jung (Mitte) beantragte, das Postulat abzulehnen, da dessen Forderungen inzwischen erfüllt seien. Seit dem laufenden Schuljahr stehen im Kindergarten bereits zusätzliche Ressourcen zur Verfügung. In der Förderung und beim Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten können Schulleitungen für eine bestimmte Anzahl Lektionen Personal einplanen. Dies ist Teil der vom Kantonsrat angestossenen Massnahmen zur Attraktivierung des Lehrberufs. Darauf verwies die Regierung auch in ihrer Antwort auf den Vorstoss.
Wie Hartmann sagte, wolle der Regierungsrat erst die Wirkung der bereits getroffenen Massnahmen evaluieren, bevor zusätzliche Ressourcen gesprochen werden.