Papst feiert Messe mit 150.000 Menschen in Lourdes
Im französischen Marien-Wallfahrtsort Lourdes hat Papst Leo XIV. eine Messe mit 150.000 Teilnehmern gefeiert. In seiner Predigt sprach das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken auch von "tiefen Wunden, Untreue und schmerzhaften Fehltritten", die in der Kirche begangen worden seien. "Das Eingeständnis unserer Fehler ist für unser spirituelles Wachstum unverzichtbar." Am Nachmittag will sich Leo mit einer kleinen Gruppe von Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche treffen. Der Papst hält sich seit Freitag in Frankreich auf.
(Keystone-SDA) Die Kleinstadt Lourdes im Südwesten ist einer der bekanntesten europäischen Wallfahrtsorte. Dort soll Mitte des 19. Jahrhunderts einem 14-jährigen Mädchen mehrfach Maria erschienen sein, dem christlichen Glauben zufolge die Mutter von Jesus Christus. Am Samstag waren in Paris bereits 800.000 Menschen zu einer Papstmesse gekommen. Die Angaben zur Teilnehmerzahl stammen vom Vatikan und den französischen Behörden.
Missbrauch spielt auch in Lourdes eine Rolle
Wie in anderen Ländern wurden auch in Frankreich über Jahrzehnte hinweg Missbrauchsfälle durch Priester unter den Teppich gekehrt. Einer unabhängigen Untersuchungskommission zufolge gab es seit 1950 mehr als 200.000 Opfer. In Lourdes ist Leo mit dem Fall eines früheren Jesuitenpaters und Künstlers konfrontiert. Der Ex-Geistliche Marko Rupnik aus Slowenien steht im Verdacht, über Jahrzehnte hinweg Ordensfrauen sexuell missbraucht zu haben.
In dem Wallfahrtsort hat Rupnik die Eingangstüren der Basilika Unserer Lieben Frau mitgestaltet. Der Papst bekam die Werke allerdings nicht zu Gesicht: Auf Beschluss des dortigen Bischofs wurden die riesigen Mosaike mit Aluminiumplatten überdeckt. Gegen den Slowenen läuft im Vatikan ein Verfahren vor einem Sondergericht.