Navigation

POLITIK/Euro-Länder wollen Griechen mit Krediten retten

Dieser Inhalt wurde am 16. März 2010 - 06:40 publiziert

BRÜSSEL (awp international) - Die Euro-Länder wollen das hoch verschuldete Griechenland notfalls mit Krediten retten. Das vereinbarten die Euro- Finanzminister nach fünfstündigen Beratungen am Montagabend in Brüssel. "Griechenland wird unterstützt, wenn es die Hilfe braucht", sagte der Vorsitzende der Euro-Kassenhüter, Luxemburgs Premier Jean- Claude Juncker. Das Hilfsangebot an Athen ist in der gut zehnjährigen Geschichte des gemeinsamen Euro-Währungsgebietes beispiellos. Den Euro gibt es seit 1999.
Über Summen des Hilfspakets machten die Minister keine Angaben. Es gibt Spekulationen, dass es sich um mindestens 25 Milliarden Euro handeln soll. Griechenland hat mehr als 300 Milliarden Euro Schulden und gilt als Wackelkandidat des Währungsgebietes.
STAATSCHEFS WERDEN ENTSCHEIDUNG TREFFEN
Juncker sagte, den endgültigen Beschluss zu den bilateralen Krediten müssten die EU-Staats- und Regierungschefs treffen. Bis dahin seien noch technische Details zu klären, das könne Wochen dauern. Offen blieb, ob schon beim nächsten Gipfel am 25. und 26. März in Brüssel über den Griechenland-Rettungsplan entschieden wird. Das müsse der ständige EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy entscheiden. Die Chefs der EU hatten Athen bereits Mitte Februar versichert, dass sie notfalls zur Hilfe bereitstehen.
Bislang habe Athen nicht um finanzielle Unterstützung gebeten, unterstrich Juncker. Der Hilfsplan beinhalte nur bilaterale Hilfen, aber keine Darlehensgarantien. Nach Worten des Chefs der Euro-Gruppe sind die Vorschläge der Ministergruppe mit dem EU-Vertrag vereinbar. Der Vertrag verbietet, dass Euro-Staaten für die Schulden ihrer Partner geradestehen.
GRIECHENLAND SOLL HOHE ZINSEN ZAHLEN
In einer gemeinsamen Erklärung der Minister hiess es - wenn auch nicht explizit -, Griechenland solle im Notfall zu vergleichsweise hohen Zinssätzen Kredite erhalten. Es solle "starke Anreize geben, um so schnell wie möglich zu den (Finanz-)Märkten zurückzukehren."
Der Chef der Eurogruppe wiederholte seine mehrfach geäusserte Einschätzung, dass Griechenland wegen seines ehrgeizigen Sparprogramms das Hilfspaket der Euro-Partner nicht benötigen werde: "Wir denken, dass falls derartige Instrumente beschlossen würden, wir diese Instrumente nicht brauchen würden." An die Finanzmärkte ginge die Botschaft, dass Griechenlands Sparmassnahmen glaubwürdig seien.
Athen hatte ein striktes Sparprogramm aufgelegt, das unter anderem Steuererhöhungen und Gehaltskürzungen für Beamte vorsieht. Damit will die Regierung das Staatsdefizit von derzeit knapp 13 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr um vier Prozentpunkte senken. Die Einschnitte sind umstritten; in der vergangenen Woche gab es in Griechenland zahlreiche Demonstrationen und Streiks gegen den Kurs von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. Die Ministerkonferenz wird am Dienstag im Kreis der Ressortchefs aller 27 EU-Staaten fortgesetzt./cb/mt/DP/zb

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.