PRESSE/Vontobel-CEO: Privatkunden mit verstärkter Zurückhaltung beim Investieren
Zürich (awp) – Die Schuldenkrise in Europa hat auf das Geschäft der Bank Vontobel erste Auswirkungen. «Wie immer in Phasen von hektischen und volatilen Börsen gab es Anrufe und eine gewisse Verunsicherung vor allem bei den Privatkunden. Das führt gewöhnlich zu einer verstärkten Zurückhaltung beim Investieren», sagte der CEO der Privatbank, Herbert Scheidt, gegenüber dem Finanzportal «cash». Und das dürfte die «Erträge sicher beeinflussen».»
Scheidt beurteilt das Rettungspaket, das die Eurozonen-Länder am vergangenen Wochenende geschnürt haben, aber als «sicher gut, hilfreich und vernünftig». Das Paket vermeide, dass Banken weitere mögliche Abschreibungen gehabt hätten. «Abschreibungen wohl gemerkt, die aus Staatsrisiken resultieren. Das ist eine neue Qualität.» Laut dem Bankenchef hat sein Institut «kein nennenswertes Exposure» in Staatsanleihen von kritischen südeuropäischen Ländern.
Bezüglich Geschäftsverlauf im ersten Quartal bestätigte Scheidt im Interview frühere Aussagen (z.B. 15.4. gegenüber AWP), dass man «zufrieden» sei damit. «Wir hatten im ersten Quartal einen erfreulichen Netto-Neugeldzufluss sowohl im Private Banking wie im Asset-Management», sagte er.
Zum Thema Auslandgeschäft meinte der Konzernchef: «Bei den Onshore-Aktivitäten bauen wir vor allem die Standorte Deutschland und Italien auf. Wir sind Offshore auch in Osteuropa sehr aktiv und sehen dort gute Entwicklungen.» Schrittweise würden auch die Aktivitäten in Lateinamerika erweitert, zudem sehe man «erste kleine Erfolge» des asiatischen Teams.
Auch Zukäufe sind weiter geplant: «Wir suchen einerseits Opportunitäten in der Schweiz und beobachten andererseits das benachbarte Ausland, beispielsweise unseren zweiten Heimmarkt Deutschland.»
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