Auslegeordnung vor der Abreise: Nicht nur Kleider kommen mit, sondern auch Schleifscheiben, Schrumpfschlauch, Stromzähler etc. - alles Dinge, die im CFL benötigt werden und man dort nicht erhält.
David Bösch
Die meiste Zeit verbrachte David Bösch im Berufsbildungzentrum. Links sieht man Büro und Schulhaus, rechts angebaut ist die Werkstatt. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 2009.
David Bösch
Hier entsteht ein Brunnen für ein Schulungszentrum. "Meine Arbeit bestand darin, die Wasserpumpe mit dazugehöriger Steuerung zu installieren."
David Bösch
Auf dem Dach eines abgelegenen Restaurants wird ein Solarpanel installiert, da es hier kein öffentliches Netz gab.
David Bösch
Das Liweitari-Zentrum und das Waisenhaus erhalten eine neue Stromleitung. Da die oberirdische Leitung diverse Male gestohlen und angzapft worden war, beschloss man, das Stromkabel in die Erde zu verlegen. Dies geschah mit Hilfe italienischer Volontäre.
David Bösch
Rechts sieht man die alte Leitung, links die neue, die in den Boden verlegt wird. Alle, die vor Ort sind, packen mit an.
David Bösch
Die alten Zuleitungskabel wurden nicht weggeworfen, sondern zusammengelötet und weiter verwertet. "Man muss mit dem auskommen, was man hat."
David Bösch
Hier, im Haus der Familie Roth, war David Bösch gute vier Monate zu Hause. Es ist in afrikanischem Stil gebaut, aber mit mehr Komfort ausgerüstet.
David Bösch
Als es in seinem Zimmer zu heiss war, übernachtete der junge Schweizer auf dem Dach. "Hier war es viel angenehmer."
David Bösch
Dank dieser Notbrücke für Fussgänger und Motorräder, die im Berufsbildungszentrum CFL angefertigt wurde, können abgelegene Dörfer auch während der Regenzeit erreicht werden.
David Bösch
In der Berufsschule ist Theorie angesagt. Lehrer Roth unterrichtet eine Klasse von Mechanikern des 3. Lehrjahres.
David Bösch
David Bösch besucht ein Tanzfest in Kandé im benachbarten Togo. "Es war spannend und lustig, und ich erhielt Einblick in die hiesige Kultur."
David Bösch
"Znüni"-Pause in Natitingou. Die Einheimischen trinken ihre "Bui", ein warmes Maisgetränk. Dazu gab es Gebäck. "Ich begnügte mich mit Wasser, denn Bui schmeckte mir gar nicht."
David Bösch
Der Schweizer "Zivi" lernt, wie man ein Strohdach baut. "Das war eine spannende Abwechslung. Ich wurde mehrfach gefragt, ob ich in der Schweiz auch Strohdächer bauen würde."
David Bösch
Eidechsenarten gibt es viele und überall in Benin. "Am Anfang war ich erstaunt über die schönen Tiere, mit der Zeit jedoch gehörten sie zum Alltag."
David Bösch
David Bösch hat von Februar bis Juli 2012 im Berufsbildungszentrum Liweitari in Benin, Westafrika, gearbeitet. Der 25-jährige Elektromonteur aus dem Kanton St. Gallen verrichtete Unterhaltsarbeiten und bildete Lehrlinge aus. All das hat er fotografisch dokumentiert.
Dieser Inhalt wurde am veröffentlicht
Gaby Ochsenbein hat von 1986 bis 2018 bei Schweizer Radio International und später bei SWI swissinfo.ch gearbeitet. Sie wohnt in Bern.
Dass er in Benin landete, war Zufall. Nach der Rekrutenschule und einem Wiederholungskurs sah er keinen Sinn mehr, weiter Militärdienst zu leisten. Er entschied sich für den Zivildienst und fand nach längerem Suchen einen geeigneten Einsatzbetrieb in der Kleinstadt Natitingou: In der dortigen Ausbildungsstätte CFL Liweitari, einem kleinen Schweizer Hilfswerk christlicher Ausrichtung, konnte der gelernte Elektriker mithelfen und anpacken.
«Das Arbeiten war nicht einfach. Gutes und geeignetes Material zu beschaffen, war mühsam, vieles war nicht erhältlich, und man musste improvisieren. Zudem fehlte es oft an Pünktlichkeit – das sind wir uns nicht gewohnt.»
Im CFL, das vom Schweizer Heinrich Roth geleitet wird, werden Mechaniker und Maurer gemäss dem dualen Schweizer System ausgebildet. Dieses vereint praktische Ausbildung in einem Betrieb und Theorieunterricht.
Während David Böschs Einsatz waren es 14 Lehrlinge. «Sie lebten in sehr bescheidenen Unterkünften, zu sechst in einem Zimmer, und hatten praktisch keine Privatsphäre.» Bösch selber wohnte beim Ehepaar Roth rund 4 km von seinem Arbeitsplatz entfernt.
Zu den Aufgaben des «Zivis» gehörte die Ausbildung des Betriebselektrikers, ab und zu gab er auch Theorieunterricht. «Das war schwierig. Die Lehrlinge verstanden zum Teil das Dezimalsystem nicht, zudem war die Sprache ein Hindernis. Sie sprechen ein afrikanisches Französisch, das ich nicht immer verstand.»
Am Anfang hatte der junge St. Galler Mühe, sich ans heisse Klima zu gewöhnen. Kein Wunder, denn der Temperaturunterschied zur Schweiz betrug 50 Grad. «Drei Monate lang habe ich keine einzige Nacht durchgeschlafen, trotz Ventilator. Später übernachtete ich im Freien, das war besser.» Ende April wurde es dank der Regenzeit etwas kühler.
Trotz all dieser Schwierigkeiten war es eine lehrreiche und schöne Zeit für Bösch. Er wurde von den Leuten akzeptiert und geschätzt, war integriert und lernte, wie man «mit wenig leben und trotzdem glücklich sein kann».
Zur Zeit arbeitet David Bösch als Elektrosupervisor für eine Schweizer Firma in Beira, Moçambique. «Ohne meinen Zivildiensteinsatz wäre ich wohl kaum beruflich nach Afrika gegangen.» (Fotos: David Bösch, Text: Gaby Ochsenbein, swissinfo.ch)
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch
Mehr lesen
SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch