Klima-Konferenz von Den Haag gescheitert
Die Klima-Konferenz in Den Haag ist gescheitert. Es gab keine Einigung auf eine Grundsatzerklärung zur CO2-Reduktion. Die Schweizer Delegation zeigte sich enttäuscht über das Scheitern der Konferenz.
Der Konferenz-Vorsitzende, der niederländische Umweltminister Jan Pronk, teilte am Samstag (25.11.) mit, die Delegationen hätten sich auch nicht auf eine politische Grundsatzerklärung zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen verständigen können. Pronk hatte bis zuletzt versucht, eine Einigung zu erreichen, und bis zum frühen Nachmittag mit den Delegierten in seinem Büro verhandelt.
Dem Scheitern waren zwölfstündige Verhandlungen vorangegangen, in denen Vertreter aus 180 Ländern versuchten, doch noch eine Einigung zu erzielen. Als dies nicht gelang, traf sich Pronk in seinem Büro mit einigen Ministern, um die Gespräche wieder in Gang zu bringen – ohne Erfolg.
Pronk erklärte, er werde die Konferenz nicht abschliessen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen. «Wir können nicht nach Hause gehen und einfach sagen, dass wir keine Einigung erzielt haben», sagte er. «Es gab hohe Erwartungen an uns.
Bereits am Freitag hatten die Delegierten ihr Bemühen aufgegeben, konkrete Massnahmen für die bis 2012 angestrebte Senkung des CO2-Ausstosses um 5,2 Prozent unter den Stand von 1990 zu finden. Dieses Ziel war vor drei Jahren in Kyoto vereinbart worden. Hauptstreitpunkt während der Konferenz war die Forderung der USA, die einen Teil ihrer Schadstoff-Emissionen mit natürlichen CO2-reduzierenden Faktoren wie Feldern und Wäldern aufrechnen wollten.
Gegner des Plans erklärten, die USA könnten dann noch mehr Treibgase ausstossen als bisher, statt ihre Emissionen zu verringern.
Schweizer Delegation bedauert Scheitern der Klima-Konferenz
Die Schweizer Delegation hat das Scheitern der Klima-Konferenz von Den Haag bedauert. Sie zeigte sich aber gleichzeitig überzeugt, dass bei der Wiederaufnahme der Gespräche im kommenden Mai eine Vereinbarung zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen erzielt werden kann, wie es in einer Mitteilung des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heisst.
Das Scheitern der Konferenz bedeute nicht ein Ende des Klimaschutzes. Es verzögere allerdings die Anstrengungen. Auf nationaler Ebene halte sich die Schweiz weiterhin an die im Protokoll von Kyoto gemachten Vorgaben.
Das im vergangenen Mai in Kraft gesetzte CO2-Gesetz habe zum Ziel, die entsprechenden Emissionen bis ins Jahr 2010 um zehn Prozent unter das Niveau von 1990 zu drücken.
swissinfo und Agenturen
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