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LONDON (awp international) - Der Elektrokonzern Siemens schaut sich nach grossen Übernahmezielen in den Bereichen Strom und Automatisierung um. Der Konzern habe dafür ausreichend "Managementreife" erlangt, sagte Finanzchef Joe Kaeser der "Financial Times" (Montagausgabe). "Wenn wir über grössere Übernahmen sprechen, dann meinen wir erhebliche Summen, bis zu mehrere Milliarden Euro."
Im Einzelnen bekundete der Finanzchef Interesse am Aufbau von Stromnetzen sowie an Lösungen für industrielle Energieeffizienz und Anlagenautomatisierung. Diese Geschäfte erhielten Auftrieb, weil China enorm in die Anlagenautomatisierung investiere. "Darauf wird unser Fokus liegen ? strategisch und operativ, auch in Bezug auf Übernahmen und hinsichtlich Forschung und Entwicklung."
Siemens verfügt über Finanzmittel in Höhe von 15,6 Milliarden Euro. Die Einkaufsliste sei "bis zum Rand gefüllt", zitiert das Blatt einen Konzern-Insider. Jeder grosse Zukauf aber wird als Feuerprobe gewertet, wie gut Löscher das Geld der Aktionäre anlegen kann. Mit Schrecken dürften sich die Anteilseigner an den letzten grossen Siemens-Zukauf erinnern, den Löschers Vorgänger eingefädelt hatte: die so kostspielige wie wirtschaftlich enttäuschende Übernahme von Dade Behring Mitte 2007. Der US-Diagnostikspezialist kostete Siemens sieben Milliarden US-Dollar.
Kaesers Äusserungen verdeutlichen, wie Industriekonzerne in Europa und den USA nach Möglichkeiten suchen, die Barmittel auszugeben, die sie während der Konjunkturerholung des vergangenen Jahres angesammelt haben. Zudem weisen sie auf eine grundlegende strategische Richtungsänderung hin. In den vergangenen Jahren hatte sich das Management vor allem auf Umstrukturierung, Steigerung der Margen und internes Wachstum konzentriert. Im November stellte Vorstandschef Peter Löscher den Anlegern weiteres Entwicklungspotenzial für die Aktie in Aussicht und setzte hohe Dividendenziele.
Das Jahrzehnt des radikalen Wandels, bei dem sich das Unternehmen mit den Sparten Energie, Gesundheitswesen und Industrie beschäftigt hatte, erklärte Löscher für beendet. Das bestätigte auch Kaeser: "Das Unternehmen hat den Grossteil seiner grundlegenden Hausaufgaben gemacht. Das Spitzenmanagement konzentriert sich jetzt auf Siemens als Ganzes anstatt auf die einzelnen Bereiche, was auch eine Vorbedingung ist, um grössere Zukäufe zu tätigen."
Mit seinen Überlegungen ist Siemens nicht allein. Ende vergangenen Jahres teilte der US-Wettbewerber General Electric (GE) mit, er verfüge bis zum Jahr 2013 über Barmittel in Höhe von 30 Milliarden Dollar. Dieses Geld könne der Konzern für Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen und Zukäufe nutzen, hiess es bei GE. Unicredit-Analyst James Stettler sagte dazu: "Wir werden in den kommenden zwölf Monaten sehr viel mehr Übernahmen im Investitionsgütersektor erleben."/stb/tw

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