Sozialhilfequote in Biel geht weiter zurück
Zum achten Mal in Folge hat die Stadt Biel 2024 ihre Sozialhilfequote gesenkt. Sie liegt neu bei 9,1 Prozent, wie der Bericht der Städteinitiative Sozialpolitik zeigt.
(Keystone-SDA) Biel ist demnach die einzige der 14 Vergleichsstädte, die ohne neue kantonale Leistungen eine solch deutliche Reduktion erreicht hat. Der Bericht basiert auf Zahlen des Bundes und beleuchtet als Schwerpunkt die Sozialhilfe in Zeiten der Wohnungsnot.
In Biel sinken nicht nur die Gesamtquote und Fallzahlen, wie aus den Zahlen hervorgeht. Auch einzelne Teilgruppen verzeichnen Verbesserungen: So ging die Quote bei jungen Erwachsenen von 9,6 auf 9 Prozent zurück, bei Haushalten mit Minderjährigen von 12,6 auf 11 Prozent.
Einzig bei allein lebenden Personen meldet das Bundesamt für Statistik einen Anstieg. Dabei handelt es sich laut Stadt Biel um einen statistischen Effekt aufgrund methodischer Anpassungen.
Hohes Risiko
Trotz positiver Entwicklung bleibt das strukturelle Sozialhilferisiko in Biel hoch. Gründe dafür sind unter anderem die überdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 4,5 Prozent, ein hoher Anteil an Personen ohne Berufsbildung sowie viele Alleinerziehende.
Besonders herausfordernd ist die Integration Geflüchteter. Ihr Anteil an der Wohnbevölkerung liegt in Biel bei 3,7 Prozent und damit deutlich über dem Schnitt.
Mit Angeboten wie Casanostra (dem Bieler Verein für Wohnhilfe), der Notschlafstelle Sleep-In und der Mietfachstelle versucht die Stadt, soziale Notlagen gezielt zu entschärfen. Biel fordert gemeinsam mit anderen Städten eine koordinierte Wohnstrategie von Bund und Kanton, um dem Druck auf dem Wohnungsmarkt nachhaltig zu begegnen.