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Spanische Herzogin von Alba heiratet 85-jährig einen Beamten

(Keystone-SDA) Nach dem Jawort tanzte sie barfuss: Die Herzogin von Alba, eine der reichsten Frauen Spaniens, hat mit 85 Jahren zum dritten Mal geheiratet. Der Bräutigam ist ein 25 Jahre jüngerer Beamte, der bisher für die Sozialversicherung gearbeitet hatte.

Die spanische Herzogin von Alba hat mehr Adelstitel als so manche Königin. Sie kann, so besagt eine Legende, Spanien durchqueren, ohne ihre Besitztümer verlassen zu müssen. Nur eines fehlte der zweifachen Witwe noch zu ihrem Glück: ein neuer Ehemann. Diesen fand Cayetana Fitz James Stuart nun im 60-jährigen Beamten Alfonso Díez.

Das ungleiche Paar gab sich auf «Spaniens Hochzeit des Jahres» im Dueñas-Palast der Herzogin in Sevilla das Jawort. Drei Geistliche nahmen in einer Kapelle in den Palastgebäuden die Trauung vor.

Geladen waren nur etwa 40 Gäste aus dem engsten Familienkreis der Brautleute. Bei der ersten Hochzeit der Herzogin, im Oktober 1947, war das noch ganz anders: Damals waren mehr als 1000 Gäste eingeladen, das Fest soll 1,5 Millionen Dollar gekostet haben – schon damals eine gigantische Summe.

Tanz in sommerlicher Hitze

Die Braut, Chefin des bedeutendsten spanischen Adelshauses, trug bei ihrem dritten Gang zum Altar ein Hochzeitskleid in blassem Rosa, dazu flache rosa Schuhe und einen schmalen grünen Gürtel.

Im Anschluss an die Zeremonie traten die Frischvermählten unter dem Jubel einer Menge von Schaulustigen aus dem Palast ins Freie. Zu den Klängen einer Musikgruppe tanzte die 85-Jährige bei Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius barfuss Sevillanas, einen mit dem Flamenco verwandten Volkstanz.

Vermögen vorzeitig verteilt

Die zweifache Witwe hatte viele Widerstände überwinden müssen, um ein drittes Mal heiraten zu können. Ihre sechs Kinder aus erster Ehe hatten Bedenken, weil sie argwöhnten, der Bräutigam habe es auf das Vermögen der Adelsdynastie abgesehen. Auch König Juan Carlos, den die Herzogin nach alter Familientradition um Einverständnis bat, riet zunächst von einer Heirat ab.

Aber die eigenwillige und exzentrische Aristokratin setzte ihren Willen durch. Sie vermachte ihren Kindern Teile des Vermögens und zerstreute damit die Bedenken des Nachwuchses. Auch der König soll seine Zustimmung zur Hochzeit gegeben haben.

Die Herzogin sagte im Vorfeld ihrer 3. Heirat, als streng gläubige Katholikin bleibe ihr nichts anderes übrig als ihren Geliebten zu heiraten. Sie war zuvor mit einem Adligen und einem Ex-Geistlichen verheiratet. Beide Ehemänner starben.

Zu den Besitztümern des Adelshauses gehören Burgen, Paläste, Ländereien und eine Kunstsammlung mit Werken von Meistern wie Tizian, Goya oder Velázquez. Der Wert des Vermögens geht in die Milliarden.

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