St. Galler SP-Kantonsrat fordert mehr Wohnraum für Senioren
Der Anteil älterer Menschen wächst stark im Kanton. Kantonsrat Florian Kobler will deshalb von der St. Galler Regierung wissen, was sie tut, damit auch älteren Menschen geeigneter Wohnraum zur Verfügung steht.
(Keystone-SDA) Die demografische Entwicklung stelle den Kanton St. Gallen vor grosse Herausforderungen, findet Florian Kobler, Leiter der Fraktion SP-Grüne-GLP im St. Galler Kantonsparlament. Er hat deshalb Anfang März die Interpellation «Ältere Menschen finden zu wenig bedarfsgerechte Wohnungen: Wie ist die Situation im Kanton St. Gallen?» eingereicht.
Laut einer Analyse werde die Schweiz bis ins Jahr 2040 rund 2,4 Millionen über 65-Jährige zählen, schreibt Kobler in der Anfrage, aktuell seien es 1,7 Millionen. Das bedeute eine massive Zunahme innerhalb von 15 Jahren. Um diesen Bedarf zu decken, brauche es bis ins Jahr 2040 zusätzlich rund 393’000 altersgerechte Wohnungen schweizweit.
Wohnungsmiete macht Grossteil von Budget aus
«Bereits heute fehlen solche Wohnungen, auch im Kanton St. Gallen: Das Angebot an kleinen Mietwohnungen (…) ist in den letzten vier Jahren um 40 Prozent gesunken», heisst es weiter. «Gleichzeitig sind die Baukosten für altersgerechte Wohnungen höher als für Standardwohnungen, was die Mieten zusätzlich verteuert.»
Besonders problematisch sei, dass die Hälfte der Senioren und Seniorinnen mehr als ein Drittel ihres Bruttoeinkommens für Wohnkosten zahle, was als übermässige Belastung gelte.
Ohne Massnahmen droht Versorgungslücke
Der kantonale Bericht «Gestaltungsprinzipien der Alterspolitik: Gutes Alter(n) gemeinsam aktiv gestalten» betone im Gestaltungsfeld «Wohnen und Sozialraum» die zentrale Bedeutung einer bedarfsgerechten Wohnumgebung für die Lebensqualität im Alter.
«Die Realität zeigt: Ohne gezielte Massnahmen droht eine massive Versorgungslücke», schreibt Kobler weiter. «Altersgerechte Wohnungen müssen barrierefrei sein, über Lifte verfügen und kompakte Grundrisse bieten. Wenn ältere Menschen keine geeigneten Wohnungen finden, steigt das Risiko von Frühverlegungen in Pflegeheime – mit hohen Kosten für die öffentliche Hand.» Der Kanton St. Gallen brauche eine Strategie, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Florian Kobler konfrontiert die Regierung deshalb mit einer Reihe von Fragen: etwa, wie sie den aktuellen und zukünftigen Bedarf an altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen im Kanton St. Gallen einschätzt, welche konkreten Massnahmen geplant sind oder ob die Regierung eine kantonale Strategie «Wohnen im Alter» als Teil der Alterspolitik plane.