Stadtzürcher Gemeinderat wird Pendenzenberg nicht los
Das Stadtzürcher Parlament hat im abgelaufenen Amtsjahr länger gearbeitet als im Vorjahr. Doch weil die Beratungszeit länger war, wurde der Pendenzenberg nicht kleiner. Mehr als 190 Geschäfte stehen noch auf der Traktandenliste.
(Keystone-SDA) Zum Berg beigetragen haben 378 neue Vorstösse, wie der Gemeinderat am Mittwoch mitteilte. Das sind 34 mehr als im Vorjahr eingereicht wurden. Insgesamt dauerten die Sitzungen 183 Stunden. Seit 2010 waren es nur einmal mehr, 200 im Amtsjahr 2020/21.
Grössere Debatten gab es einige, vor allem bei den Weisungen des Stadtrats. Der Gemeinderat nennt etwa die Hochhausrichtlinien, die «Marina Tiefenbrunnen» oder die Verordnung der Asyl-Organisation Zürich (AOZ). Diese verzögerten den Abbau der Vorstösse, die Zahl der pendenten Weisungen sank aber um 30 Prozent.
Im vergangenen Jahr traten 12 Ratsmitglieder zurück, fünf mehr als im Vorjahr. Der Anstieg sei ein wiederkehrendes Muster im Zuge des Legislaturwechsels, heisst es im Bericht. Fast die Hälfte der Ratsmitglieder sitzt seit weniger als vier Jahren im Parlament. Nur 12 Prozent waren seit 12 oder mehr Jahren dabei.
Das Durchschnittsalter stieg leicht an, von 47,3 auf 47,5 Jahre. Der Frauenanteil lag bei 36 Prozent, ein Rückgang um 0,8 Prozent. Am Ende der Legislatur verlassen 31 Mitglieder den Rat. Sie wurden nicht mehr gewählt, traten nicht mehr an oder nahmen die Wahl nicht an. Am Mittwoch beginnt die neue Legislatur.