Sterbehilfe-Vorlage: Von «progressiver Weg» bis «staatlicher Zwang»
Die Reaktionen auf die Ausweitung der Sterbehilfe fallen mehrheitlich positiv aus. Die SVP spricht von einem "unnötigen staatlichen Zwang".
(Keystone-SDA) Für die SP ist die Ausweitung der Sterbehilfe «erfreulich». Damit werde die Selbstbestimmung der Menschen im Kanton gestärkt und gleichzeitig die notwendige Rechtssicherheit geschaffen, schreibt die Partei in einer Medienmitteilung.
Die Zürcher Stimmberechtigten wollten mehr Selbstbestimmung am Lebensende und gewichteten die Rechte älterer Menschen höher als die Anliegen einzelner Institutionen, schreiben die Grünen zum Abstimmungsresultat. Damit gehe der Kanton Zürich einen «progressiven Weg».
Letzter Wille respektieren
Auch die Mitte begrüsst den Entscheid. Er stärke die Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohner und schaffe eine einheitliche gesetzliche Grundlage für die Alters- und Pflegeheime im Kanton. Der Wille eines Menschen soll auch am Lebensende respektiert werden – unabhängig davon, in welcher Institution er lebe.
Zufrieden mit dem Resultat sind auch die Grünliberalen. Niemand solle in seiner letzten Lebensphase einen belastenden Transport auf sich nehmen müssen, um selbstbestimmt entscheiden zu können, schreiben sie. Die Lösung wahre die Würde leidender Menschen.
Von einem Entscheid für Würde und Freiheit schreibt die Alternative Linke. Wer unheilbar krank ist oder am Ende seines Lebens vor schwerem Leid steht, soll das Recht haben, selbst über die letzten Schritte seines Lebens zu entscheiden und dies ohne zu einem belastenden Ortswechsel gezwungen zu werden.
«Unnötiger staatlicher Zwang»
SVP, EVP und EDU bedauern das Ergebnis und fordern nun eine «sorgfältige Umsetzung», wie sie in einer gemeinsamen Medienmitteilung schreiben. Aus der Duldungspflicht der Institutionen dürfe keine persönliche Mitwirkungspflicht für die Mitarbeitenden werden. Alters- und Pflegeheime sowie Spitäler würden in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt und ein «unnötiger staatlicher Zwang» geschaffen, schreibt die SVP.