Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
"Wir sitzen in der Suppe", pflegen wir hier in Bern zu sagen, wenn der Hochnebel so dicht ist, dass er keinen Sonnenstrahl durchlässt. Zutaten unserer Tagessuppe sind das Corona-Virus, ein über Nacht berühmt gewordener Biophysiker, Joints und Geschichten über Schweizer in Australien und Brasilien.
Guten Appetit!
Die Ausbreitung des Corona-Virus beschäftigt auch die Schweiz. Man sei auf alle Szenarien vorbereitet, sagt Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit im Interview mit SRF.
Zwar bestehe derzeit keine Bedrohung durch das Virus in der Schweiz, so Mathys. Doch sei die Dynamik des Ausbruchs in China «eher beunruhigend», weil die Infektionszahlen rasch steigen. Es spreche einiges dafür, dass der Ausbruch nicht unter Kontrolle sei.
Würde die Weltgesundheitsorganisation den internationalen Gesundheitsnotstand ausrufen, hätte dies laut Mathys keine unmittelbaren Folgen für die Schweiz. Es wäre aber eine Aufforderung auch an unser Land, entsprechende Vorbereitungen zu treffen.
Bis jetzt werden an den Schweizer Flughäfen Passagiere nicht extra kontrolliert wegen des Virus. Auch raten die Behörden nicht grundsätzlich von Reisen nach China ab.
- Lesen Sie hier das ganze SRF-Gespräch mit Patrick MathysExterner Link.
- Der Tages-Anzeiger mit «allen Fragen und Antworten zum neuen ErregerExterner Link» (Paywall).
- Einen Einblick in die abgeriegelte Millionen-Metropole WuhanExterner Link erhalten Sie hier (Tages-Anzeiger/Paywall).
Kennen Sie Jacques Dubochet? Der Schweizer Wissenschaftler gewann 2017 den Chemie-Nobelpreis, sein Leben veränderte sich schlagartig. Eine Kamera hat ihn die letzten zwei Jahre begleitet.
Entstanden ist der Film «Citoyen Nobel» von Stéphane Goël. Angetrieben von der Frage nach dem Umgang mit plötzlichem Ruhm, hofft der Schweizer Regisseur an den Solothurner Filmtagen im Publikum die Lust zu wecken, sich zu engagieren, wie er meiner Kollegin Katy Romy erzählt.
Genau das tut sein Protagonist Dubochet: Er und seine Stimme sind plötzlich überall gefragt, und der Preisträger entscheidet sich nach langem Hadern dafür, sich fürs Klima einzusetzen. Er wird zum wissenschaftlichen Maskottchen der jungen Klimabewegung.
«Der Film ist eine Geschichte meines Lebens, aber er ist nicht mein Leben», sagt Dubochet dazu. Er wünscht sich manchmal «zurück zu einem normalen Leben zu finden». Vermutlich wird das Interesse an seiner Person mit dem Film aber nochmals zunehmen.
- Hier geht es zum Artikel über den Film und die Frage über den Umgang mit Ruhm.
- Über die gestrige Eröffnung der FilmtageExterner Link und den Eröffnungsfilm «Moskau Einfach!» berichtet die NZZ (Paywall).
- Die Schweizer Illustrierte hat die neue Direktorin der Solothurner FilmtageExterner Link, Anita Hugi, porträtiert.
- SWI swissinfo.ch hat mit Anita Hugi über Klischees des Schweizer Films und die Schweizer Identität gesprochen.
Rauchen Sie ab und zu einen Joint? Eine Studie hat erstmals untersucht, wer in der Schweiz Cannabis produziert, verkauft und konsumiert.
In der Schweiz werden pro Tag rund eine Million Joints geraucht. Das ist weniger als erwartet, wie die heute veröffentlichte Studie zeigt. Insgesamt sind es zwischen 40 und 60 Tonnen illegaler Cannabis jährlich.
Einerseits gibt es immer mehr Produkte mit einem immer höheren THC-Gehalt, andererseits haben gewisse Produkte einen derart tiefen THC-Gehalt, dass sie legal sind. Ob sich jemand also illegal oder legal verhält, ist nicht immer leicht festzustellen. Das gilt sowohl für die Konsumenten, als auch für die Produzenten.
Speziell am Schweizer Cannabis-Markt ist auch, dass ganz unterschiedliche Produzenten und Verkäufer mitmischen: Da ist der Hobby-Gärtner, der seine eigenen Pflanzen züchtet. Da sind aber auch kriminelle Organisationen, die international tätig sind.
- Hier geht es zum Artikel von SRFExterner Link, der die Studie genauer vorstellt.
- Der Tages-AnzeigerExterner Link schreibt: Mit Cannabis werden in der Schweiz Millionen verdient (Paywall).
- Die Cannabis-Politik in der Schweiz sei in der Sackgasse, findet das St. Galer TagblattExterner Link.
- Hier geht es zur StudieExterner Link der Stiftung Sucht Schweiz, der Universität und des Unispitals Lausanne.
Die Bilder aus Australien sind schockierend: Schwarz, verkohlt, kahl – alles ist niedergebrannt. So auch die Biofarm eines Schweizer Ehepaars, das seit 40 Jahren in «Down Under» lebt.
Eigentlich wollten Hans und Heidi Tribolet ihre Farm im Osten Australiens abtreten und in den Ruhestand gehen, wie die Berner Zeitung berichtet. Doch nun machte das Feuer diese Pläne zunichte.
«Die Feuerwand war sicher 20 Meter hoch. Und es war so laut, als würde ein Güterzug direkt an mir vorbeifahren», erzählt der 70-Jährige. Doch das Ehepaar hatte Glück im Unglück.
Fast die ganze Viehherde hat das Feuer überlebt. Auch das Haus fiel den Flammen nicht zum Opfer. Wie es um die 97 Hektaren grosse Eukalyptusplantage steht, wissen die Tribolets aber noch nicht. Es könne sein, dass viele der rund 100’000 verbrannten Bäume überlebt hätten.
- Lesen Sie in der Berner Zeitung die ganze Geschichte von Hans und HeidiExterner Link Tribolet (Paywall).
- «Wie konnte es soweit kommen?»: Meine Kollegin Melanie Eichenberger sprach vor ein paar Tagen mit Roland Isler. Er ist Delegierter des Auslandschweizerrats und lebt in der Nähe von Melbourne.
- SRF zu den allmählich sichtbar werdenden Folgen der Buschbrände auf die Tier- und PflanzenweltExterner Link.
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Zahlreiche Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer engagieren sich für soziale Projekte in ihrem neuen Heimatland. Peter Rechsteiner aus Brasilien ist einer davon.
Er hat sich auf unseren AufrufExterner Link via Social Media bei uns gemeldet und meiner Kollegin Melanie Eichenberger seine Geschichte erzählt.
Peter Rechsteiner ist 61 Jahre alt und lebt seit über zehn Jahren in Brasilien. Er fährt für die gemeinnützige Organisation Chuveiro Solidário mit einer mobilen Duschkabine durch einen Vorort im Nordosten von Brasilien.
In seiner Wahlheimat wurde er mit offenen Armen aufgenommen. Deshalb wollte er diesem Land etwas zurückgeben.
Hier erfahren Sie mehr über das Leben von Peter Rechsteiners in Brasilien.
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