Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Das liebe Geld beherrscht Ihr heutiges Briefing: Immer weniger Menschen in der Schweiz bezahlen mit Bargeld. Und die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern nehmen weiter ab.
Herzliche Grüsse aus Bern
Bargeld scheint in der Schweiz bald zum Auslaufmodell zu werden.
13 Millionen Tausendernoten, das sind 13 Milliarden Franken! So viel weniger Bargeld ist gegenwärtig in der Schweiz im Umlauf – und das noch ohne die vielen 200er- und 100er-Noten dazuzuzählen, die ebenfalls nicht mehr im Verkehr sind.
Der Hauptgrund sind steigende Zinsen, wie die Publikationen von Tamedia schreiben. Ein weiterer Grund sei die Coronavirus-Pandemie, die den Trend zu Plastikgeld und Bezahlapps befeuert habe. So ist Bargeld heute in der Schweiz nur noch die zweite Wahl, wie ein Vergleich mit 2019 zeigt.
Es gibt allerdings auch kritische Stimmen. Speziell aus Gründen des Datenschutzes soll der Erhalt des Bargelds gesichert bleiben. Das verlangen zwei Volksinitiativen. Laut dem Swiss Payment Monitor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und der Uni St. Gallen unterstützen derzeit sechs von zehn Befragten eine Annahmepflicht von Bargeld.
- Apropos Geld: Den Artikel im Tages-Anzeiger zum schwindenden BargeldExterner Link gibt’s ohne Paywall.
- 2023 war die Debitkarte das wichtigste Zahlungsmittel in der SchweizExterner Link, wie SRF News letzten Monat schrieb.
- Lesen Sie hier meinen Artikel zum Thema, den ich im April 2020 zu Beginn der Coronavirus-Pandemie geschrieben habe: «Die Schweiz lernt, ohne Bargeld zu leben».
Geld zum Zweiten: Die Frauenlöhne nähern sich immer mehr den Männerlöhnen an.
Eine gute Nachricht: Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern in der Schweiz nimmt ab: 2022 lag dieser noch bei durchschnittlich 9,5% weniger Lohn für Frauen, wie die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen. Natürlich ist das immer noch zu viel, aber 2008 betrug das Gefälle noch 16,6%.
Das mittlere Einkommen, der so genannte Medianlohn, lag 2022 für eine Vollzeitstelle bei 6788 Franken. Die höchsten Löhne zahlen die Informationstechnologie, die Pharmaindustrie, die Banken und die Tabakindustrie.
Die grössten Lohnunterscheide zwischen den Geschlechtern finden sich bei den höheren Hierarchiestufen. Dort beträgt die durchschnittliche Lohndifferenz noch 17,7%. Immerhin: Auch hier vermeldet das BFS eine abnehmende Tendenz.
- In diesem Artikel von SRF NewsExterner Link finden Sie auch einige interessante Grafiken.
- Die Neue Zürcher ZeitungExterner Link bietet heute zum Thema Löhne einen Artikel ohne Paywall an.
- 20 MinutenExterner Link hat die Medienkonferenz mit einem Liveticker begleitet.
Mehr
Geld zum Dritten: Konzernchefs in der Schweiz kriegen zu niedrige Löhne – meint die Pharmabranche…
Bleiben wir gleich noch bei den Löhnen. Was für normale Angestellte ein guter Lohn ist, bezeichnen Konzernchefs als «Peanuts». Doch auch unter diesen gibt es gewaltige Unterschiede. Für die Schweizer Pharmabranche verdienen die höchsten Hierarchiestufen hierzulande viel zu wenig, auch wenn es zum Beispiel bei Novartis-Chef Vas Narasimhan 16,2 Millionen Franken sind.
Denn die Branche vergleicht mit den USA, wo die zehn bestbezahlten Konzernbosse, Neudeutsch CEO genannt, exorbitante Löhne von über 90 Millionen Dollar pro Jahr kassieren. Der bestbezahlte Pharma-Chef in den USA verdient immerhin noch 33 Millionen Dollar, das Doppelte von Narasimhan.
Um die besten Leute anzulocken, wollen die Schweizer Pharmariesen «international wettbewerbsfähige Pakete anbieten», heisst: Höhere Löhne für Führungskräfte an der Spitze, wie meine Kollegin Jessica Davis Plüss schreibt. Denn gegenwärtig verdienen diese in der Schweiz im Durchschnitt «lediglich» das 140-Fache des niedrigsten Lohns in ihrem Unternehmen. Einstein hatte schon recht: Es ist eben alles relativ!
- Der Artikel von Jessica, mit Grafiken von Kollegin Pauline Turuban.
- Die Schweizer Wirtschaft ist mehr denn je von ausländischen Führungskräften abhängig – Artikel von Kollege Anand Chandrasekhar.
Mehr
Und Geld zum Vierten: Nat Cartier erhält ein Kunststipendium, um im Sommer Musikprojekte am Auslandschweizerplatz zur verfolgen.
Er bietet einen freien Blick auf die Urner Berge und die Rigi: Der Auslandschweizerplatz – eine 5000 Quadratmeter grosse Wiese – liegt in Brunnen am Vierwaldstättersee, auf einer Halbinsel gegenüber dem Rütli. Dahinter steckt eine Stiftung, die seit 2016 auch Stipendien vergibt.
Damit verfolgt sie das Ziel, dass junge, künstlerisch tätige Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer als «Artist in Residence» mit dem Ort und seiner Symbolik in den Dialog treten.
Diesmal hat die Jury unter den Kandidierenden einen in Edinburgh lebenden Musiker mit Schweizer Wurzeln ausgewählt: Nat Cartier. Er wird vom 13. Juli bis 18. August 2024 in Brunnen tätig sein.
Cartier bewegt sich laut Mitteilung in modernen Musikrichtungen. «Er möchte nach seiner Auswanderung die Schweiz wieder entdecken und das Bewusstsein dafür wecken, was einem fehlt, wenn man im Ausland lebt«, heisst es weiter. Dabei strebe er auch die Zusammenarbeit mit einheimischen Künstlerinnen und Künstlern an.
- Mehr über den AuslandschweizerplatzExterner Link in Brunnen erfahren Sie auf der Website des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA).
- Die Geschichte des AuslandschweizerplatzesExterner Link hat die Auslandschweizer-Organisation (ASO) hier kurz zusammengefasst.
- Auch das Netzwerk für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, Swiss Community, bietet Infos zum AuslandschweizerplatzExterner Link.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards