Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
In einem Monat stehen Abstimmungen an. Die Kampagnen laufen schon, und das Geld für die Abstimmungskämpfe fliesst. Was denken Sie, wieviel ist es?
Freundliche Grüsse aus Bern
So viel ist für die Abstimmungen am 9. Juni budgetiert.
Vier Vorlagen kommen im Juni an die Urne. Und die involvierten Akteur:innen lassen sich das etwas kosten: Über 10 Millionen Franken sind budgetiert. Seit Kurzem müssen Kampagnen transparent gemacht werden, so dass politische Prozesse der Bevölkerung klarer werden. Wer für eine Kampagne zu einer eidgenössischen Abstimmung über 50’000 Franken spendet, muss die Finanzierung offenlegen.
Die Hälfte davon geht ans Stromgesetz. Das erstaunt insofern, als in den Medien die gesundheitspolitischen Vorlagen rund um die Krankenkassen deutlich präsenter sind.
Interessant ist zu sehen, welche Akteur:innen sich einbringen. Dass Gewerkschaften kräftig mitmischen, erstaunt nicht. Dass sie eine relativ gut ausgestattete «Kriegskasse» haben, hingegen schon ein wenig. Richtig viel Geld investiert jedoch eher die andere Seite: So gibt der Wirtschaftsdachverband economiesuisse für das Stromgesetz ein Vielfaches aus von dem, was die Gewerkschaften investieren.
- Der Blick hat die Zahlen zusammengetragenExterner Link.
- SRF News hat die EinordnungExterner Link von einem Politologen.
- Hier geht es zu unserer Übersicht zu den Abstimmungen.
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Was denken Sie: Woher kommt der beste Wodka?
Vermutlich wissen Sie es nicht. Es ist aber auch schwer, muss man fairerweise sagen. Der Prosperous Vodka aus Kap Verde wurde letztens zum weltbesten Wodka gekürt. Gebrannt wird er vom Auslandschweizer José Steiner.
José Steiner lebt seit neun Jahren in Praia, der Hauptstadt von Kap Verde. Bevor er anfing, Spirituosen zu brennen, führte er eine Getränkehandlung. Und hat dann Schritt für Schritt das Handwerk gelernt, dass ihn zum besten Wodka-Brauer gemacht hat.
An der International Wine and Spirits Competition in London werden über 3000 Getränke bewertet, 99 von 100 Punkten hat der Vodka von José Steiner erreicht. Hundert Punkte werden an der Competition nie vergeben, insofern war das die Maximalnote. Bleibt die Frage: Wonach soll ein Wodka schmecken? “Möglichst neutral”, sagt Steiner.
- Lesen Sie hier das Porträt meine Kollegin Janine Gloor.
- Auch ein anderer Auslandschweizer gehört zu den besten seines Fachs: Der Perückenhersteller Orlando Bassi in Indonesien.
Arme Hausbesitzer:innen und wie die Politik in der Schweiz versagt.
Wer in der Schweiz ein Haus besitzt, gilt im Allgemeinen als wohlsituiert. Aber es gibt natürlich auch einkommensschwache Hauseigentümer:innen – wer zum Beispiel eine tiefe Rente bezieht oder unterstützungsbedürftig ist.
Diverse Kantone hatten eine Härtefallklausel dafür eingeführt, die diesen Menschen bei den Steuern entgegenkommt. Bis die Klausel im Tessin von der lokalen SP angegriffen wurde – die vor dem Bundesgericht Recht erhielt, da es formelle Fehler bei der Klausel gab. Die nationale SP wollte den Fehler ihrer Kantonalpartei im Bundeshaus rückgängig machen, wogegen aber die SVP opponierte, so dass das Geschäft nicht zustande kam.
Aber dass man sich mit so etwas keine Freunde macht, haben auch die Nationalkonservativen verstanden. Also haben sie im Parlament selbst einen neuen Anlauf gestartet. Es ist davon auszugehen, dass es irgendwann klappt. In der Zwischenzeit haben die Betroffenen teilweise Steuern sogar nachzahlen müssen.
- Im Streit um den Steuerrabatt beim EigenmietwertExterner Link hat die Politik versagt, kommentiert der Tages-Anzeiger. (Paywall)
- Der Blick schrieb letztes JahrExterner Link darüber.
Nemo bringt die Schweiz in Finale des Eurovision Song Contest.
Nemo hat sich nun für die Schweiz für das Finale des ESC qualifiziert, das morgen im schwedischen Malmö stattfindet. Ein Freund aus dem Musik-Business hat mir schon vor Wochen prophezeit, dass Nemo gute Chancen habe – der Song, die Thematik, die Show: das passe alles zusammen.
Das sehen offenbar auch die Wettbüros so. Nach dem zweiten Halbfinale steht Nemo gemäss den Wettquoten auf Platz 3. Die allermeisten Schweizer Beiträge beim ESC konnten von solchen Prognosen nur träumen.
Der ESC war schon immer der Anlass der LGBTQ-Bewegung in Europa. Dass mit Nemo nun auch eine non-binäre Person auf der Bühne steht, ist nur konsequent. Ich kann mir schon gut vorstellen, wie autoritäre Herrscher weltweit vor Wut über das ungläubige «Gayropa» schäumen. Darauf werde ich wohl diesen Samstag auch beim Finale anstossen.
- Hier die Übersicht meines Kollegen Thomas Stevens.
- Watson liefert die NewsExterner Link.
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