Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Eine Schweizerin wurde auf den Philippinen mit sechs Kilogramm «Crystal Meth» im Gepäck festgenommen. Ihr drohen Jahrzehnte hinter Gittern. Das EDA hat die Verhaftung gegenüber Swissinfo bestätigt.
Ausserdem: Der Ständerat macht den Weg für härtere Regeln bei systemrelevanten Banken frei – während neue Details zu einem möglichen Wegzug der UBS in die USA bekannt wurden.
Freundliche Grüsse aus Bern
Eine Schweizerin ist am Flughafen in Manila mit sechs Kilogramm Methamphetamin erwischt worden – nun drohen ihr auf den Philippinen hohe Strafen. Das EDA bestätigt die Verhaftung und steht mit den Behörden in Kontakt.
Laut philippinischem Zoll fiel die Schweizerin bei einer Routinekontrolle auf – ein Drogenspürhund und eine Spektrometer-Analyse bestätigten später den Fund. Der geschätzte Marktwert der sichergestellten Drogen: über 500’000 Franken. Die Schweizerin war zuvor aus Abu Dhabi eingereist.
Wie das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten gegenüber Swissinfo bestätigt, «steht die Schweizer Botschaft in Manila mit den zuständigen lokalen Behörden in Kontakt.» Die Frau wird im Rahmen des konsularischen Schutzes unterstützt – etwa durch rechtliche Informationen oder Haftbesuche. Weitere Angaben macht das EDA aus Datenschutzgründen nicht.
Für die Schweizerin könnten die Konsequenzen gravierend sein. Auf den Besitz von mehr als zehn Gramm Methamphetamin stehen laut philippinischem Drogenrecht 20 bis 40 Jahre Haft – im aktuellen Fall geht es um das 600-fache dieser Menge. Gemäss Statistik der Konsularischen Direktion betreute das EDA Ende 2024 31 Schweizer Staatsangehörige, die sich wegen Drogendelikten in Haft befanden. Ausserdem sassen 165 Schweizer:innen wegen anderen Delikten im Gefängnis.
Der Ständerat ebnet den Weg für strengere Regeln bei systemrelevanten Banken – zeitgleich werden neue Details zu einem möglichen Wegzug der UBS publik. Demnach soll die Grossbank sogar Gespräche über eine Fusion mit einem US-Finanzinstitut geführt haben.
Mein Kollege Christian Raaflaub hat Sie an dieser Stelle bereits gestern über die Gerüchte eines Wegzugs der UBS in die USA, inklusive Szenarien für eine Fusion mit einer US-Bank informiert. Hintergrund: Die geplanten verschärften Eigenmittelvorgaben könnten die UBS bis zu 26 Milliarden Franken kosten.
Ebenfalls gestern wies der Ständerat eine Motion zurück, die den Bundesrat bei der Einführung strengerer Eigenkapitalvorschriften für „Too Big to Fail“-Banken bremsen wollte. Damit ist der Weg frei für ein erstes Massnahmenpaket, das vor allem die UBS betrifft – wie etwa RTS berichtet. Finanzministerin Karin Keller-Sutter sagte im Rat: «Niemand hätte Verständnis dafür, das Massnahmenpaket für die Banken hinauszuzögern.»
Kritik kam dennoch – insbesondere aus der Mitte und der FDP, wo man um die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Schweiz fürchtet. Die UBS selbst äussert sich nicht zu den Spekulationen, verweist laut RTS aber auf CEO Sergio Ermottis Aussagen bei Bloomberg, wonach die neuen Regeln «unverhältnismässig» und «strafend» seien. Die Drohkulisse hatte am Ende aber keinen Einfluss: Sowohl der Ständerat als auch der Nationalrat stellten sich klar hinter den Kurs des Bundesrats.
«Weltklasse», «sensationell», ein «magischer Montag für den Schweizer Sport»: Die Schweizer Presse feiert die Bernerin Ditaji Kambundji. Sie wurde gestern mit ihrem Sieg über 100-Meter-Hürden an der Leichtathletik-WM in Tokio zur ersten Schweizer Leichtathletik-Weltmeisterin.
«Einer der grössten Momente in der Geschichte des Schweizer Sports», schwärmte etwa der Blick gestern. Die 23-jährige Ditaji Kambundji überraschte am Montagabend in Tokio mit einem taktisch perfekten Rennen und stellte dabei mit 12,24 Sekunden einen neuen Schweizer Rekord auf – 16 Hundertstel schneller als ihre bisherige Bestmarke.
Laut NZZ war sie damit in einer der am härtesten umkämpften Disziplinen erfolgreich: Vor dem WM-Finale waren weltweit zwölf Athletinnen schneller gemeldet – sieben davon aus den USA. Die Deutschschweizer Presse spart nicht mit Lob – und mit Superlativen: «Schlicht und ergreifend Weltklasse», schreibt der Tages-Anzeiger. Auch CH Media hebt ihre mentale Stärke hervor – ihre Fähigkeit, genau im entscheidenden Moment zur Höchstform aufzulaufen. «Wenn der Druck maximal ist, kommt Ditaji erst richtig auf Touren.»
In der hiesigen Presse fand auch das Interview, das die Leichtathletin nach ihrem Sieg dem Schweizer Fernsehen SRF gab, grossen Anklang. «I bi eifach schnäu gsecklet», erklärte die Bernerin. Der Tages-Anzeiger bezeichnete es als «Kultinterview».
Die Schweiz bleibt Innovationsweltmeisterin: Sie führt seit mehr als zehn Jahren den Innovationsindex der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO an. Der Bericht warnt vor den Auswirkungen einer Verlangsamung der Investitionen in Innovation.
Wie schon in den Vorjahren belegt die Schweiz im Global Innovation Index den Spitzenplatz unter über 130 Ländern. Schweden liegt auf Platz zwei vor den USA auf Platz drei. China steigt erstmals in die Top 10 ein.
In fast allen Kategorien liegt die Schweiz in den Top 5 – ausgenommen beim Humankapital und Forschung (Rang 6). Beim Zugang zu Technologien bleibt sie führend, doch in der Produktion von Know-how zieht China erstmals vorbei.
Gleichzeitig mahnt der Bericht zur Wachsamkeit: Mit 2,9 Prozent fiel das Wachstum in der Forschung auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren. Aufgrund der Inflation betrugen die tatsächlichen Mehrausgaben der Unternehmen für diesen Bereich nur ein Prozent. Unternehmen, die in neuen Technologien tätig sind, erhöhten jedoch ihre Investitionen.
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